Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 20.09.2019


Rugby

WM-Auftakt in Japan: Aufbruch in eine ungewohnte Rugby-Welt

Heute wird in Japan die Rugby-WM eröffnet. Erstmals wird das drittgrößte Sportevent der Welt nach Olympia und Fußball-WM in Asien ausgetragen.

Ardie Savea gilt als kommender Superstar der Rugby-Szene und weist sogar einen Tirol-Bezug auf - seine Frau Saskia stammt aus Tirol.

© imago imagesArdie Savea gilt als kommender Superstar der Rugby-Szene und weist sogar einen Tirol-Bezug auf - seine Frau Saskia stammt aus Tirol.



Von Tobias Waidhofer

Innsbruck — Auch wenn die Spieler und Spielerinnen des Rugby Club Innsbruck in Tirol nur Insidern bekannt sind, global ist die in England erfundene Mannschaftssportart eine große Nummer: Die Rugby-WM, die von heute bis 2. November erstmals in Asien ausgetragen wird, soll mehr als 400.000 Besucher nach Japan locken. Auf umgerechnet rund vier Milliarden Dollar wird der wirtschaftliche Effekt der WM geschätzt. Global gesehen gilt die Rugby-WM nach Olympia und der Fußball-WM als drittgrößtes Sportereignis. Seit 1987 wird das Mega-Event, das über einen Monat dauert, alle vier Jahre ausgerichtet.

Um Ihnen einen Überblick über die in unseren Gefilden doch recht exotische Sportart zu verschaffen, hat sich die TT mit einem Experten unterhalten: Thomas Millen ist nicht nur halber Neuseeländer, sondern spielt bereits seit Jahren für den Rugby Club Innsbruck, mit dem er kommende Woche in die neue Saison startet:

F wie Favoriten: „Es ist sehr schwer zu sagen, denn das Feld ist ausgeglichen wie selten", meint Millen, der auf seinem Zettel vor allem „Südafrika, Neuseeland, Irland, Wales und England" ganz oben stehen hat. Für wen sein Herz schlägt, ist mit Blick auf den Stammbaum schnell beantwortet: „Mein Papa ist Neuseeländer."

S wie Superstars: In diesem Zusammenhang kommen Millen schnell drei Namen in den Sinn: der Waliser Alun Wyn Jones, der Ire Conor Murray Retallick und der Engländer Owen Farrell. Alles Spieler, die häufig genannt werden. Aber Millen wäre kein Experte, hätte er nicht einen Geheimtipp auf Lager: „Der Neuseeländer Ardie Savea ist im Kommen. Er könnte bald ein globaler Superstar sein." Und zwar einer, der einen Tirol-Bezug aufweist. Denn Saveas Frau Saskia ist die Tochter eines Landecker Auswanderers.

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G wie Gastgeber: „In Japan herrscht große Euphorie", weiß Millen. Das liegt besonders an der letzten WM 2015, bei der die „Kirschblüten" sensationellerweise Südafrika besiegt hatten. „Das war sicher eine Initialzündung." Erstmals findet eine WM nicht in den traditionellen Rugby-Hochburgen Europa, Australien, Neuseeland oder Südafrika statt.

G wie gut erzogen: Aus Rücksicht auf japanische Vorbehalte gegen Tätowierungen wollen die Rugby-Spieler ihre Körperverzierungen verdecken. Sogar jene aus Samoa, wo das Tragen von Tattoos Tradition ist, tragen an einzelnen Trainingsorten ihrer Gastgeber eng anliegende Sportkleidung. In Japan werden Tätowierungen immer noch häufig mit der heimischen Mafia, der Yakuza, in Verbindung gebracht. So werden Tattoo-Träger oftmals in den berühmten Onsen-Naturbädern abgewiesen.

P wie Public Viewing: Die wichtigsten Spiele werden im Irish Pub „The Galway Bay" in Innsbruck live übertragen. Dabei könnte man durchaus auch dem ein oder anderen RC-Innsbruck-Spieler über den Weg laufen. Expertisen inklusive ...

Rugby-WM

9. Rugby-WM (20.9.—2.11.) in Japan (20 Nationen, 48 Spiele)

Gruppe A: Irland, Schottland, Japan, Russland, Samoa.

Gruppe B: Neuseeland, Südafrika, Italien, Namibia, Kanada.

Gruppe C: England, Frankreich, Argentinien, USA, Tonga.

Gruppe D: Australien, Wales, Georgien, Fidschi, Uruguay.

Finalrunde (Viertelfinale, Halbfinale) ab 19. Oktober; Finale: 2. November.

TV: Der deutsche Privatsender ProSieben Maxx überträgt.