Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 27.09.2019


Motorsport

Tiroler Lucas Auer: Kein Stein bleibt auf dem anderen

Zwei Rennwochenenden warten noch auf Lucas Auer in der japanischen Super Formula. Den Formel-1-Traum muss der Kufsteiner wohl endgültig ad acta legen.

Bleibt der Kufsteiner Lucas Auer dem Red-Bull-Förderprogramm erhalten oder geht es zurück nach Europa?

© Ogasa PhotoBleibt der Kufsteiner Lucas Auer dem Red-Bull-Förderprogramm erhalten oder geht es zurück nach Europa?



Von Daniel Suckert

Innsbruck – Dass Lucas Auer über einen gehörigen Grundspeed und über das nötige Talent verfügt, bestätigen Motorsport-Stationen wie das Deutsche Tourenwagen Masters (DTM) oder die Formel-Nachwuchsserie Super Formula. Doch bevor es beim Kufsteiner am kommenden Wochenende (Mimasaka/JPN) wieder „Vollgas“ heißt, hat sich ein Traum zerschlagen: Der Sprung in die Formel 1 wird nicht realisierbar sein.

Zwei Rennen vor Schluss liegt Auer auf dem elften Gesamtrang – der Sprung aufs Podium scheint theoretisch noch möglich, da die Konkurrenz eng beisammenliegt. Doch den Gesamtsieg und die damit verbundenen 25 Punkte für die Superlizenz wird es nicht mehr geben. Und exakt die Superlizenz-Punkte sind das große Problem. Für die Königsklasse braucht man 40, also hätte der Red-Bull-Junior auch im Falle des Gesamtsieges auf die Gnade des Automobilverbands FIA hoffen müssen.

Förderer Helmut Marko (Red-Bull-Konsulent) bestätigte dieser Tage: „Lucas hatte in Japan ein Aufflackern, aber seine Formel-Laufbahn scheint zu Ende zu gehen.“ Ob es bei Red Bull sonst weitergeht, steht (noch) in den Sternen. Von einer möglichen Rückkehr in die DTM bis zu einem Verbleib in der Super Formula scheint alles möglich. Mit Auers Qualitäten sollte sich durchaus was ergeben. Eine zusätzliche Unbekannte sind allerdings PS-Schwergewichte wie Nico Hülkenberg (GER) oder Robert Kubica (POL), die nicht mehr in der Königsklasse unterkommen dürften.

Der 25-jährige Tiroler macht derweilen das, was ein Pilot tut – er konzentriert sich auf die beiden abschließenden Wochenenden. Auer: „Ich habe die rennfreie Zeit optimal genutzt. Und wenn die Mechanismen im Team greifen, dann ist auch noch einiges möglich.“ Sein Team (B-Max racing with motopark) feierte heuer seine Super-Formula-Premiere und agierte in einigen Situationen unglücklich. Auer sieht aber jede Menge Potenzial und will zum Abschluss das Maximum herausholen: „Ich bin bereit für die letzten beiden Rennen.“