Letztes Update am Mo, 30.09.2019 09:16

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Leichtathletik-WM

Nach der „Fast-Katastrophe“ setzt Weißhaidinger zum großen Wurf an

Die Vorzeichen änderten sich, die Medaille bleibt bei der Leichtathletik-WM in Doha das Ziel für Lukas Weißhaidinger. Als Quali-Zwölfter geht der Oberösterreicher heute (20.25 Uhr) in den Finalwettkampf.

Auch mit dem Ersatz-Diskus will Lukas Weißhaidinger heute um die Medaillen ein Wörtchen mitreden.

© gepaAuch mit dem Ersatz-Diskus will Lukas Weißhaidinger heute um die Medaillen ein Wörtchen mitreden.



Doha – „Wir sind an einer Katastrophe vorbeigeschrammt“, sagte Trainer Gregor Högler vor dem heutigen Diskuswurf-Finale (20.25 Uhr MESZ). Als Zwölfter war sich die Qualifikation am Samstag knapp ausgegangen. Der 27-Jährige hatte im Stadion den Schock zu verdauen, dass er seinen Diskus „Black Dynamite“ nicht werfen durfte, sondern auf das grünorange Ersatzgerät „Eliminator“ zurückgreifen musste. „Das ist so, wie wenn sie dir beim Weg auf die Tanzfläche die Tanzpartnerin wegnehmen“, verdeutlichte Weißhaidinger. Zur „Ersatz-Tänzerin“ fehlte noch etwas das Vertrauen.

„Er fliegt gut, das haben die Würfe beim Aufwärmen gezeigt. Entscheidend wird sein, dass die Haftung passt, dass mein Griff hält. Dann kann ich weit werfen, davon bin ich felsenfest überzeugt“, sagte der EM-Dritte von Berlin 2018. Beim Diskus von Weißhaidinger, mit dem er im Vorjahr die EM-Medaille holte und heuer Gesamtzweiter der Diamond League wurde, hatte die Jury ohne nähere Begründung einen Schaden am Ring beanstandet, eine Delle. „Ich glaube, dass das ein Kampfrichter war, der sich noch nie Disken angeschaut hat“, mutmaßte Trainer Högler.

Ein Protest wurde von Österreich eingelegt, die Aussicht auf Erfolg ist gering. Nicht zugelassen wurden insgesamt sechs Disken, u.a. auch vom schwedischen Topfavorit Daniel Stahl und den Polen. Die Devise für das Finale lautet: „Lieber drei ungültige Versuche als einer mit Halbgas. Er wird riskieren“, sagte Högler über den ÖLV-Rekordler (68,98 m). Höchstziel: Edelmetall. Die letzte von bisher zwei WM-Medaillen für Österreich errang 2001 Stephanie Graf (Silber/800 m). (TT)

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