Letztes Update am Mi, 02.10.2019 18:44

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Leichtathletik-WM

Bitteres WM-Aus für Dadic: Verdacht auf Muskelfasereinriss

Siebenkämpferin Ivona Dadic holte sich in Doha statt einer Medaille eine Verletzung. Nach nur Sekunden waren alle Träume geplatzt.

Ivona Dadic musste aufgeben.

© GEPA pictures/ Mario KneislIvona Dadic musste aufgeben.



Von Birgit Egarter/APA aus Doha

Doha – Tränenreich und nach wenigen Sekunden ist am Mittwoch der Medaillentraum von Siebenkämpferin Ivona Dadic bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Doha geplatzt. Die Mitfavoritin auf eine Medaille musste die Auftaktdisziplin Hürdensprint vorzeitig beenden, es besteht Verdacht auf Muskelfasereinriss an der Rückseite des linken Oberschenkels.

„Es tut mir sehr leid, jetzt nicht mehr zeigen zu können, was ich drauf habe. Ich bin in Top-Form und wollte um eine Medaille mitkämpfen. Es war plötzlich während des Laufes ein Stich, jetzt ist ein dumpfer Schmerz im hinteren Oberschenkel, morgen nach der genaueren Untersuchung werden wir mehr wissen“, sagte Dadic.

Seit 2015 hat Dadic jedes Jahr entweder in der Halle oder Freiluft eine Medaille bei Großereignissen gewonnen. Heuer galt ihre ganze Konzentration den Welttitelkämpfen in Katar. Den einzigen Siebenkampf bestritt die bereits für Olympia 2020 qualifizierte Mehrkämpferin in Ratingen aus dem Training heraus, Teamkollegin Verena Preiner nahm ihr als Siegerin den ÖLV-Rekord ab. Nun muss die 25-jährige Oberösterreicherin mit einer mehrwöchigen Pause rechnen.

„Morgen früh fahren wir in das Aspetar Hospital in die Ambulanz, dort werden wir ein Röntgen und einen Ultraschall machen und entscheiden dann, ob wir ein MRT machen oder nicht“, sagte Richard Högler, der Teamarzt des Österreichischen Leichtathletik Verbandes (ÖLV). Die weitere Therapie werde davon abhängen, wieviel Prozent des Muskels eingerissen sind. Ein paar Wochen Pause werden es mindestens sein.

Dadic könne sich nichts vorwerfen, sagte der Mediziner. „Sie hat keine Verletzungen in dem Bereich gehabt. Sie hat sich auch gut aufgewärmt, gut gedehnt immer wieder.“ Die Erstbehandlung passierte noch in den Stadionkatakomben mit Eis und Schmerzmitteln.

„Enttäuscht, gefasst, enttäuscht, gefasst“, beschrieb Richard Högler den Gemütszustand der Athletin. „Es war überhaupt nicht absehbar. Sie hat ganz normal aufgewärmt, es gab gar keine Anzeichen, keine Probleme. Das ist jetzt natürlich sehr niederschmetternd“, brachte es Trainer Philipp Unfried auf den Punkt.