Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 08.10.2019


Motorsport

Bangen um die Zukunft: Die DTM steht und fällt mit Boss Berger

Mehr Internationalisierung und neue Rennställe: Dem Wörgler wird nicht langweilig.

DTM-Boss Gehard Berger.

© Foto TT/Rudy De MoorDTM-Boss Gehard Berger.



Von Daniel Suckert

Innsbruck, Hockenheim – Wie schnell es im Motorsport gehen kann, musste Gerhard Berger gleich nach seiner Amtsübernahme (2017) beim Deutschen Tourenwagen Masters erfahren. Gleich darauf gab Mercedes den Wechsel in die Formel E bekannt. Und Berger musste um das Überleben der Serie kämpfen. Mittlerweile hat sich viel getan, trotzdem steht man noch auf wackeligen Beinen.

Das Finale am vergangenen Wochenende am Hockenheimring lieferte erneut ein PS-Fest – der Optimismus des Wörglers wuchs deswegen aber nicht. „Wir müssen attraktiv bleiben“, weiß die Tiroler Formel-1-Legende. Der Mercedes-Abgang wurde durch Aston Martin kompensiert – die Konkurrenz an der Spitze muss jedoch breiter werden. Zu dominant bestimmt Audi das Geschehen am glühenden Asphalt.

Darum arbeitet der heuer 60 Jahre alt gewordene Tiroler im Hintergrund daran, noch mehr Marken in die Rennserie zu locken. Das einheitliche Reglement mit der japanischen DTM-Version (Super GT) wurde beschlossen, einen Einstieg einiger japanischer Teams hat das aber nicht automatisch zur Folge. Berger: „Bei den Japanern muss man über lange Zeit Vertrauen aufbauen.“ Neben dem gemeinsamen Auftritt am Hockenheimring gibt es Ende November (22.–24.) noch einen Auftritt, diesmal aber in Japan.

Was die Rennen selbst betrifft, hat Berger bereits an vielen Schrauben gedreht: Die Heizdecken sind weg, es gibt fliegende Indy-Car-Starts nach einer Safety-Car-Phase und mehr internationale Auftritte. Und über allem schwebt Bergers Credo „Rennsport muss für den Fan anfassbar bleiben“.

Auch in Sachen emissionsfreier Kraftstoff hat man längst die Zeichen der Zeit erkannt und auf die Überholspur übersetzen lassen: In Hockenheim am vergangenen Wochenende ließ Berger im Rahmenprogramm schon einmal eine CO2-arme Benzinversion testen. Und man kann sich sicher sein, dass man in dem Punkt eine Fortsetzung erfahren wird.

Summa summarum steht und fällt die härteste Tourenwagenserie mit dem Netzwerk Bergers. Und der schraubt unermüdlich an allen Ecken und Enden.