Letztes Update am Di, 08.10.2019 20:27

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Tennis

Maria Scharapowa nach Absage auf Kurz-Trip in Linz

Nach ihrer verletzungsbedingten Absage kam die 32-jährige Russin für ein paar Termine trotzdem nach Linz. Ob sie 2020 noch ein Turnier spielt, will Scharapowa in den nächsten Tagen entscheiden.

Schulterprobleme haben Maria Scharapowa schon früh verfolgt.

© APASchulterprobleme haben Maria Scharapowa schon früh verfolgt.



Von Gerald Widhalm, APA

Linz – Maria Scharapowa hat ihr Antreten in Linz wegen einer Schulterverletzung absagen müssen, doch 13 Jahre nach ihrem Titel in Oberösterreich ist die mittlerweile 32-jährige Russin trotzdem zurückgekehrt. Für ein paar Sponsoren- und Medientermine kam die fünffache Major-Siegerin am Dienstag in die oberösterreichische Metropole. Ob sie 2020 auch spielerisch zurückkehrt, blieb offen.

"Ich habe sehr gute Erinnerungen an 2006, als ich hier gewonnen habe."
"Ich habe sehr gute Erinnerungen an 2006, als ich hier gewonnen habe."
- APA

„Ich habe sehr gute Erinnerungen an 2006, als ich hier gewonnen habe. Ich habe gerade ein Bild von mir von damals gesehen als 19-Jährige. So viele Dinge haben sich seit damals verändert und ich habe so viele Ups und Downs durchlebt“, erinnerte sich eine gut aufgelegte Scharapowa. Auch wenn ihr Stern in den vergangenen Jahren, nicht zuletzt nach einer Sperre wegen Dopings, gesunken ist: Sie zählt immer noch zu den zehn bestbezahlten Sportlerinnen des Planeten.

Schulterprobleme wie aktuell haben die 36-fache Turniersiegerin, die ein Karriere-Preisgeld von über 38 Mio. Dollar eingespielt hat, schon früh verfolgt. Schon mit 21 hatte sie sich einer Operation unterziehen müssen und war neun Monate ausgefallen. 2019 hat sie lediglich acht Turniere gespielt, ob kommende Woche in Luxemburg ein neuntes dazukommt, entscheidet sie in den nächsten Tagen. „Ich werde ein paar Sätze spielen und schauen, wie es der Schulter geht. Ich bin nicht wirklich in Eile, denn mein richtiges Hauptziel ist, dass ich eine gute, gesunde Vorbereitung habe, um nächstes Jahr einen guten Turnierplan zu spielen.“

Ob sie mit ihrer Karriere seit ihrer rund 15-monatigen Sperre zufrieden ist? „Erfolg wird auf sehr verschiedene Arten wahrgenommen und aus verschiedenen Perspektiven. Natürlich auch über die Rankings, aber ich habe nie durch diese Linse geschaut, um meine Karriere zu beurteilen. Ich habe noch nie sehr viele Turniere in einem Jahr gespielt, auch wenn ich gesund war.“

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Das Feuer ist noch da

Das Feuer und die Leidenschaft sind aber nach all den Jahren immer noch da. „Ich glaube das Wissen und die Wertschätzung, was ich tue, ist definitiv höher. Ich bin mir viel mehr bewusst, was man leisten muss und wie sehr ich es will und was der Körper durchmachen muss.“

Nicht zuletzt darum hat sie auch größten Respekt vor dem beabsichtigten Comeback der 36-jährigen Kim Clijsters. „Als sie noch gespielt hat, war sie eine der ehrgeizigsten und athletischsten Spielerinnen auf dem Platz. All diese Stunden auf dem Platz zu arbeiten, nachdem sie drei Kinder hatte, es ist unglaublich bewundernswert.“

Gedanken oder gar einen Plan, wann sie selbst den Schläger an den Nagel hängt, hat Scharapowa nicht. „Als ich hier als 19-Jährige gespielt habe, hätte ich nicht gedacht, dass ich mit 32 noch spielen werde. Ich liebe den Sport, bin ein große Kämpferin, aber ich komme heim und komme gern heim. Ich bin der Ziellinie sicher näher, aber wer weiß?“

Trotz ihrer zahlreichen anderen Geschäfte – dem Sport möchte sie erhalten bleiben. „Ich könnte dem Tennis nie ganz den Rücken kehren. Der Sport hat mir so viel gegeben und ich fühle, ich könnte auch etwas beitragen.“

„Man muss realistisch bleiben“

Und was würde sie der jungen, damals 19-jährigen Maria heute sagen wollen? „Wenn man jung ist, wollen wir, dass alles leicht verläuft und denken nur an Siege. Aber man muss darüber lachen, denn wenn man gesund ist, spielt man vielleicht 19, 20 oder mehr Turniere. Wird man die alle gewinnen? Nein. Man muss realistisch bleiben“, erklärte die Russin und fügt hinzu: „Es wird Momente des Zweifels und verlorenen Selbstvertrauens geben, das ist alles normal.“




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