Letztes Update am Mi, 09.10.2019 11:25

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Operation Aderlass

Staatsanwaltschaft Innsbruck klagt Langläufer Baldauf wegen Betrugs an

Die zu Unrecht bezogenen Zahlungen des Vorarlberger Langläufers sollen etwas über 50.000 Euro betragen haben. Ihm droht eine Haftstraße.

Dominik Baldauf und Max Hauke wurden jeweils für vier Jahre gesperrt. Die beiden Langläufer blicken nach ihren Dopingvergehen einem juristischen Nachspiel entgegen.

© gepaDominik Baldauf und Max Hauke wurden jeweils für vier Jahre gesperrt. Die beiden Langläufer blicken nach ihren Dopingvergehen einem juristischen Nachspiel entgegen.



Innsbruck – Nächste Anklage im Rahmen der „Operation Aderlass“: Wie die Staatsanwaltschaft Innsbruck am Mittwoch mitteilte, muss sich nach Stefan Denifl (Radsport) und Max Hauke (Langlauf) auch Dominik Baldauf wegen gewerbsmäßig schweren (Sport-)Betrugs vor Gericht verantworten. Er zeigte sich umfassend geständig.

Dem ehemaligen ÖSV-Athleten wird vorgeworfen, beginnend im Jahre 2016 bis zur Nordischen Ski-WM in Seefeld Ende Februar 2019, Blutdoping praktiziert und Wachstumshormone genommen zu haben. Und das, obwohl er sich gegenüber seinen Geldgebern und den Veranstaltern von Bewerben verpflichtet hatte, dies nicht zu tun und sich an die Anti-Doping-Regeln zu halten.

Bei den Doping-Vergehen sei der Vorarlberger vom deutschen Sportmediziner Mark S. und dessen Helfern betreut worden. Es bestehe der Verdacht, dass Baldauf von getäuschten Geldgebern und Sponsoren Zahlungen von insgesamt etwas über 50.000 Euro erhalten habe.

Das Verbrechen des gewerbsmäßig schweren (Sport-)Betrugs ist mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren bedroht. (TT.com)

Die „Operation Aderlass“

Bei der „Operation Aderlass“ handelt es sich um eine internationale Blutdopingaffäre, die vergangenen Februar während der Nordischen WM in Seefeld sowie in Deutschland losgetreten worden ist. Die Liste der mutmaßlich in den Blutdoping-Skandal um den deutschen Arzt Mark S. verwickelten Sportler soll 21 Namen aus acht Länder und fünf Sportarten umfassen. Darunter sind neben den beiden Radsportlern Stefan Denifl und Gregor Preidler auch die österreichischen Skilangläufer Max Hauke, Dominik Baldauf und Johannes Dürr.

Die steirische Mountainbikerin Christina Kollmann-Forstner hatte sich nach ihrem im Zuge der Affäre nachgewiesenen Blutdoping wegen schweren gewerbsmäßigen Betrugs bereits vor Gericht verantworten müssen. Bei dem Verfahren wurde die Marathon-WM-Zweite im August nicht rechtskräftig zu acht Monaten Haft bedingt auf drei Jahre verurteilt. Sie soll 42.000 Euro an Sponsorengeldern auf unlautere Weise erlangt haben.