Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 23.10.2019


Volleyball

Alpenvolleys-Boss Kronthaler: „Müssen noch nicht gegen Berlin gewinnen“

Meister Berlin gastiert heute (19 Uhr, live sporttotal.tv) in der Innsbrucker Olympiahalle. Die Hypo Tirol Alpenvolleys wollen, müssen aber nicht siegen.

wei Spiele, zwei Siege: die Alpenvolleys (im Hintergrund) mischen heuer wieder vorne mit.

© Michael Kristenwei Spiele, zwei Siege: die Alpenvolleys (im Hintergrund) mischen heuer wieder vorne mit.



Von Florian Madl

Innsbruck – 1200 Zuschauer haben sich für das heutige Spiel gegen Meister Berlin Recycling Volleys angemeldet, 1500 sollten es werden: Hannes Kronthaler freut sich, sein Produkt „Deutsche Volleyball-Bundesliga“ erstmals in der noch jungen Saison so prominent vor Tiroler Publikum präsentieren zu können. Ein Spiel mit Signalwirkung: Sein jüngster medial lancierter Ausruf, dass Lizenzgeber Unterhaching endlich Sponsoren lukrieren müsse, blieb nicht ohne Echo: „Man war dort ,not amused‘“, stellte der Manager nüchtern fest.

Die Zukunft des deutsch-österreichischen Projekts sei weiter in Schwebe, obwohl ein Fortbestand für Kronthaler „Priorität eins“ habe. „Weil da viel Hirnschmalz dahintersteckt.“ Jetzt die Werbetrommel zu rühren, sei am besten: „Es gibt viele Fernsehspiele!“

Hannes Kronthaler (Hypo-Manager).
Hannes Kronthaler (Hypo-Manager).
- gepa osterauer

Ob die PR-Offensive heute mit einem Sieg über den Meister aus Berlin eingeleitet wird, darf angezweifelt werden. Trainer Stefan Chrtiansky weiß: „Berlin ist klarer Favorit gegen uns. Aber wir werden bestmöglich kämpfen.“ Dass mit den Australiern Max Staples und Jordan Richards zwei Verstärkungen erst am Donnerstag vom World Cup in Japan zurückgekehrt sind, hilft dem 57-jährigen Slowaken wenig: Erholung ist angesagt, eben erst wurden Leistungstests absolviert.

Doch auch die Berliner haben den Ausfall eines Japan-Trios zu verkraften (Sergej Grankin, Benjamin Patch und Jeffrey Jendryk). Deren Manager Kaweh Niroomand meint: „Diese drei Spieler würde man jetzt am liebsten für zwei Wochen nach Mallorca schicken, zur Regeneration.“

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Der Vorteil auf Seiten der Deutschen: das Selbstvertrauen. Eben erst gewann man den Supercup durch ein glattes 3:0 über Friedrichshafen, dennoch bleibt Manager Niroomand am Boden: „Uns erwartet jetzt ein sehr, sehr schweres Spiel.“ Die Alpenvolleys Haching scheinen in der Liga angekommen, die Anerkennung und der Zuspruch tun dem Volleyball-besessenen Kronthaler gut. Der erwartet sich heute „nicht zwingend einen Sieg. Sie sind nicht am Zenit, wir auch nicht. In dieser Phase der Saison ist ein Erfolg über Berlin nicht Pflicht.“ Nachsatz: „Im Halbfinale schon.“ Da blitzte er wieder auf, der Kampfgeist Kronthalers.

Eine Hypo-Tirol-Wand baut sich heute wieder auf: Paulo Victor Costa da Silva, Douglas Duarte Souza Da Silva, Niklas Kronthaler (v.?l.).
Eine Hypo-Tirol-Wand baut sich heute wieder auf: Paulo Victor Costa da Silva, Douglas Duarte Souza Da Silva, Niklas Kronthaler (v.?l.).
- Michael Kristen

Und sollte das Projekt Unterhaching tatsächlich scheitern? „Ich habe schon einen Plan B in der Tasche: die Lizenz von einem anderen Verein und alle Heimspiele in Innsbruck.“ So weit solle es nicht kommen, das Produkt Alpenvolleys möge weiter gedeihen. Am besten heute mit einem Sieg über Meister Berlin, auch wenn der nicht zwingend ist ...