Letztes Update am Fr, 15.11.2019 11:37

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Doping

Doping-Prozess gegen Sun Yang: Kontrolleure wiesen sich nicht aus

Nach Ansicht des Schwimmers hatten die Kontrolleure kein Recht, seine Dopingprobe mitzunehmen. Die WADA fordert eine Sperre für den Doppel-Weltmeister.

Schwimm-Superstar Sun Yang bei der Anhörung vor dem Sportgerichtshof.

© AFPSchwimm-Superstar Sun Yang bei der Anhörung vor dem Sportgerichtshof.



Montreux – Zum Auftakt seiner öffentlichen Anhörung wegen einer zerstörten Dopingprobe hat der chinesische Schwimm-Star Sun Yang seine Version der Ereignisse bekräftigt. Der 27-Jährige erklärte am Freitag vor dem Internationalen Sportgerichtshof (CAS) in Montreux, dass die Kontrolleure aus seiner Sicht nicht ausreichend zu identifizieren gewesen seien.

„Während der Inspektion habe ich gemerkt, dass die Kontrolleure keine Papiere dabei haben, die sie als Kontrolleure ausweisen“, sagte der 27-Jährige. Sie seien daher nicht berechtigt gewesen, seine Dopingprobe mitzunehmen.

Hintergrund der Verhandlung ist eine Dopingprobe des dreimaligen Olympiasiegers in der Nacht vom 4. auf den 5. September 2018, an deren Zerstörung mit einem Hammer der Chinese direkt beteiligt gewesen sein soll. Das Doping-Panel des Schwimm-Weltverbandes (FINA) hatte Sun Yang am 3. Jänner diesen Jahres allerdings vom Betrugsverdacht freigesprochen. Daraufhin legte die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) Einspruch beim CAS ein.

Die WADA fordert eine Sperre von zwei bis acht Jahren. Sun Yang war bereits 2014 wegen Dopings für drei Monate gesperrt gewesen. Bei den diesjährigen Weltmeisterschaften in Gwangju/Südkorea hatte er Gold über 200 und 400 m Kraul gewonnen und heftige Kontroversen ausgelöst. Einige Konkurrenten brachten demonstrativ ihre Abneigung gegen den Schwimmer zum Ausdruck. Eine Entscheidung wird erst zu einem späteren Zeitpunkt - möglicherweise erst 2020 - erwartet. (APA)