Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 21.11.2019


Golf

Wiesberger vor dem Finale: „Ein großes Drama ist möglich“

Bernd Wiesberger kann beim Finale der European Golf Tour in Dubai österreichische Sportgeschichte schreiben. Dem Burgenländer Gesamtführenden winkt neben der „Harry-Vardon-Trophy“ ein Millionenregen.

Bernd Wiesberger würde ein zweiter Platz in Dubai genügen, um als erster Österreicher die Gesamtwertung der European Tour zu gewinnen.

© gepaBernd Wiesberger würde ein zweiter Platz in Dubai genügen, um als erster Österreicher die Gesamtwertung der European Tour zu gewinnen.



Dubai – Es wäre nicht Bernd Wiesberger, würde er vor dem bislang wichtigsten verlängerten Wochenende seiner Karriere große Töne anschlagen. Stattdessen übt sich Österreichs Vorzeigegolfer vor dem Finalturnier der European Tour in Dubai in Pragmatismus – auch wenn der Spitzenreiter am Sonntag rot-weiß-rote Sportgeschichte schreiben könnte. „Es sind vier Runden zu spielen – wie bei jedem anderen Turnier“, sagte also der Gesamtführende und versuchte alle Spekulationen beiseitezuschieben. Sein Motto: „Nicht rechnen, sondern so gutes Golf spielen, wie möglich.“

Mit 4802,4 Durchschnittspunkten führt Wiesberger das „Race to Dubai“ scheinbar komfortabel an. Und in der Tat kann dem 34-Jährigen nur noch ein Quartett gefährlich werden und ihm den mit zwei Millionen Dollar dotierten Gesamtsieg streitig machen. Allerdings wird der Dubai-Champion nebst drei Millionen Dollar Preisgeld mit 2000 Punkten honoriert.

Nach zwei „etwas frustrierenden“ Turnieren in China und der Türkei hat sich Wiesberger zuletzt in Südafrika als Dritter wieder in starker Form präsentiert. „Ich bin stolz auf die vergangene Woche und kann viel Positives mitnehmen“, sagte der Burgenländer gestern in Dubai. Er weiß im „World Tour Championship“, das mit acht Millionen dotiert ist und als achtes Turnier zur Rolex-Serie zählt, spannende Tage vor sich. „Ein großes Drama auf den letzten Löchern ist möglich“, erklärte der dreifache Saisonsieger, dem der Platz in Dubai liegt.

Südafrika-Sieger Tommy Fleetwood (ENG), der aus einer sechswöchigen Pause zurückkehrende Jon Rahm (ESP), der 2017 das Finalturnier in Dubai gewann, British-Open-Sieger Shane Lowry (IRL) und Matthew Fitzpatrick (ENG) könnten Wiesberger mit einem Sieg in den Jumairah Golf Estates noch abfangen. Sie hatten im Gegensatz zum Spitzenreiter nicht alle der letzten vier Saisonturniere gespielt.

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Der gebürtige Oberwarter kann mit einem alleinigen zweiten Platz selbst alles klarmachen. „Der Gesamtsieg wäre eine riesige Leistung für mich. Ich habe die European Tour und ihre Legenden als junger Golfer aus großer Distanz verfolgt. Jetzt bin ich näher dran“, erklärte der Weltranglisten-23. „Ich werde alles geben und wenn ich hoffentlich, wenn am Sonntag alle Punkte addiert werden, noch vorne bin, wäre das fantastisch.“

Matthias Schwab hat sich in seiner erst zweiten vollen Saison unter die Top 20 der European Tour geschoben. In seinen jüngsten vier Turnieren war der 24-jährige Steirer zweimal Vierter und einmal Zweiter und hat in der Türkei seinen Premierensieg erst im Stechen verpasst. (TT, APA)