Letztes Update am Fr, 18.10.2013 22:34

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Olympia 2014

„Austria Tirol House“ in Sotschi doppelt so teuer wie in London

Am 13. November wird mit dem Aufbau der Holz-Stahl-Konstruktion auf 1.000 Quadratmetern begonnen.



Sotschi – Am „Austria Tirol House“ wird bei den Winterspielen von 7. bis 23. Februar 2014 in Russland keiner vorbeikommen. Zumindest all jene nicht, die in die Berge nach Krasnaja Poljana reisen, um sich die Schneebewerbe wie Alpinski, Skispringen und Biathlon anzusehen. Direkt an der einzigen Straße und neben der Endstation der Eisenbahn liegt jener eingezäunte Fleck Wiese, auf dem im November der Zeltbau errichtet wird, in dem ein Stück Österreich mit vielen Leckerbissen angeboten werden soll.

Auf 1.000 Quadratmetern werden nationale und internationale Gäste begrüßt, wie in London 2012 wird es wieder einen öffentlichen Bereich für jedermann geben. „Mit 2,2 bis 2,3 Millionen Euro“ bezifferte ÖOC-Generalsekretär Peter Mennel das Budget. „Es werden aber keinerlei Sportmittel verwendet“, stellte er klar.

Nur drei Wochen Zeit für den Aufbau

Mit Josef Margreiter vom Premiumpartner „Tirol Werbung“ nahm Mennel am Donnerstag bei spätsommerlichen Temperaturen den symbolischen Spatenstich für die Holz-Stahl-Konstruktion in der perfekten Lage nahe aller Sportstätten vor.

Am 13. November wird mit dem Aufbau tatsächlich begonnen, innerhalb von drei Wochen muss alles abgeschlossen sein, weil dann ein Baustopp verhängt wird. Insgesamt 14 Sattelschlepper werden sich auf den Weg nach Russland begeben. Im Vergleich zu London (1,2 Mio. Euro) kostet das Haus-Projekt fast doppelt so viel. Schuld daran sind „die riesigen Transportkosten und die Zeltmiete“, fasste Mennel zusammen.

Das ÖOC hat auch das angrenzende Hotel „Melody of Mountain“ gemietet, wo während der Spiele die Mitarbeiter untergebracht werden. Ebenfalls in den Bergen und nur wenige Gehminuten entfernt befindet sich das Deutsche Haus. Beide Länder setzten sich damit über den Wunsch des Sotschi-Organisationskomitees hinweg, das im Schwarzmeerort (Sotschi-Adler) Platz für Nationen-Häuser geboten hätte.

Freier Zugang statt Zaun

„Wir wollten aber nicht in Sotschi sein, sondern dort, wo wir die Medaillen gewinnen - hoffentlich“, erklärte Mennel. Der ORF schloss sich wie in London mit seinem Studio wieder dem Haus an, er wird 250 Stunden live auf ORF 1 von Olympia berichten und ca. 150 Stunden live auf Sport + (ohne Österreich, nicht Premium).

„Hot. Cool. Yours.“, lautet das Motto der Spiele 2014. Und ein Hotspot soll auch das Österreich-Haus werden. „Wir wollen zurückverdienen, was wir investieren. Wie hatten in London keinen Gewinn, aber auch keinen Verlust. Das ist auch dieses Mal das Ziel“, sagte Mennel.

Bei den Sommerspielen im vergangenen Jahr in England frequentierten 40.000 Personen den öffentlich zugänglichen Bereich, in dem die Konsumation kostenpflichtig ist. Der Zaun, der das Areal in Krasnaja Poljana umgibt, wird deshalb für die Spiele geöffnet, die Zugreisenden oder Passanten sollen freien Zugang haben und von einer Apres Ski Bar im Tiroler Stil angelockt werden.

Serviert wird im alpinen Ambiente österreichische Küche, das Catering hat die Firma Seidl aus Vorarlberg übernommen, im Service arbeiten Schüler der Tiroler Tourismusschulen. „Wer zu den Winterspielen kommt, hat Geld in der Tasche und ist sportaffin. Das sind die Leute, die wir in Österreich als Gäste haben wollen“, betonte Mennel die Wichtigkeit des Projektes.

Sportler, Angehörige, Sponsorenvertreter, Partner, Ehrengäste, Medienschaffende und Fangruppen - sie alle sind im „Austria Tirol House“ willkommen. Und die Sponsoren lassen es sich auch einiges kosten, Gastgeber zu sein. Die Tirol Werbung investiert 500.000 Euro, die Toppartner wie Österreichische Lotterien, Backaldrin - The Kornspitz Company, Doppelmayr, Atos und die Außenwirtschaft/WKO jeweils zwischen 100.000 und 200.000 Euro. Wer einen Abend unter sein Motto stellt, muss 65.000 bis 90.000 Euro berappen.

„Das alles und die Außenumsätze - da ist das Risiko des Projektes überschaubar“, zeigte sich Mennel zuversichtlich. (APA)




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