Letztes Update am Do, 09.01.2014 11:01

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Schwerer Skiunfall

Schumacher weiter in Lebensgefahr: Welt bangt um Formel-1-Legende

Am Tag nach dem verhängnisvollen Ski-Unfall von Michael Schumacher gaben die Ärzte bei einer Pressekonferenz Auskunft über den Gesundheitszustand der Formel-1-Legende. Der Rekord-Weltmeister habe ein schweres Schädel-Hirn-Trauma erlitten und befinde sich weiter in Lebensgefahr.

© EPAIn einer knapp 15-minütigen Pressekonferenz gaben die behandelnden Ärzte Auskunft über Schumachers Gesundheitszustand.



Grenoble – Michael Schumacher schwebt weiter in Lebensgefahr. Einen Tag nach seinem schweren Skiunfall verstärkten die Diagnosen um den 44-Jährige die Sorgen noch mehr. Mit Hirnverletzungen liegt der Rekord-Weltmeister der Formel 1 in einem Krankenhaus in Grenoble im künstlichen Koma.

Schumacher wurde von den Ärzten des Universitätskrankenhauses von Grenoble in ein künstliches Koma versetzt. Die Situation sei einen Tag nach Schumachers schwerem Skiunfall weiterhin „außerordentlich ernst“. Wie die behandelnden Ärzte am Montag bei einer knapp 15-minütigen Pressekonferenz mitteilten, erlitt Schumacher „im Gehirn weitverbreitete Verletzungen“. Die behandelnden Ärzte sprachen von Blutergüssen und Prellungen im Gehirn.

Mehrfach betonten die Ärzte in Grenoble, dass die Lage sehr kritisch sei. Über die Überlebenschancen könne man nichts sagen, erklärten die Mediziner. Nur Schumachers Familie darf ihn sehen, allen anderen wird der Zugang verwehrt, erklärte der stellvertretende Klinik-Direktor Marc Penaud Sky Sport HD News.

Schumachers Hausarzt Gerard Saillant (r.) wird auch Bianchi behandeln.
- EPA

Der Unfall am Sonntagvormittag auf einer nicht markierten Piste in Meribel habe sich mit hoher Geschwindigkeit ereignet, betonten die Ärzte angesichts der Schwere der Kopfverletzungen. „Sein Helm hat ihn geschützt. Jemand, der diesen Unfall ohne Helm gehabt hätte, hätte es wohl nicht bis ins Krankenhaus geschafft“, sagte der Leiter der Anästhesie-Abteilung, Jean-Francois Payen. Schumacher sei mit der rechten Seite aufgeprallt und nach dem Unfall verwirrt gewesen.

Sein Zustand habe sich dann noch verschlechtert, erklärte der Neurochirurg Stephane Chabardes. Daher wurde Schumacher vom Krankenhaus in Albertville nach Grenoble gebracht. Schumacher habe eine Blutung zwischen Gehirn und Schädeldecke gehabt. Er wurde in Grenoble am Sonntag umgehend operiert. Eine zweite OP gab es nicht, betonten die Ärzte.

Aus Respekt gegenüber der Familie wurden keine anatomischen Einzelheiten genannt, sagte einer Mediziner. Weitere Informationen will das Krankenhaus „je nach Entwicklung“ des Zustands Schumachers bekanntgeben. Es werde alles unternommen, um den Druck im Gehirn nicht ansteigen zu lassen, betonte Chabardes.

Familie bedankt sich für große Anteilnahme

Schumachers Familie hat sich indes für die große Anteilnahme nach dem schweren Skiunfall bedankt. „Wir möchten die Medien zudem bitten, unsere Privatsphäre und die unserer Freunde zu respektieren und bedanken uns für ihre Unterstützung“, hieß es in einer Mitteilung, die Managerin Sabine Kehm am Montag im Namen der Familie verbreitetet.

Dank richtete die Familie auch an die Ärzte, die Schumachers schwere Kopfverletzungen in Grenoble behandeln. „Wir wissen, dass sie alles Mögliche tun, um Michael zu helfen.“

Sportler und Fans bangen um Schumacher

Sportler und Fans aus aller Welt bangen indes um die Formel-1-Legende. „Ich bin schockiert und ich hoffe, dass es ihm so schnell wie möglich wieder besser geht“, sagte Sebastian Vettel. Der 26-Jährige ist gut befreundet mit dem Rekordchampion Schumacher. „Werde schnell wieder gesund“, twitterte Vizechampion Fernando Alonso. Nicht nur in der Formel 1 herrschte große Betroffenheit. Die gesamte Sportwelt bangt um einen der erfolgreichsten und bekanntesten Sportler der vergangenen Jahrzehnte. „Meine Gedanken sind bei Schumi“, twitterte Deutschlands NBA-Basketballstar Dirk Nowitzki. Boris Becker schrieb: „Lasst uns alle beten für @realschumacher michael für eine vollständige und schnelle Genesung!!!“ Schumacher habe mehr als jeder andere die Kraft das durchzustehen“, meinte Ex-Formel-1-Champion Jenson Button.

Auch die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat betroffen auf die Nachricht reagiert. „Wie Millionen von Deutschen waren auch die Bundeskanzlerin und die Mitglieder der Bundesregierung außerordentlich bestürzt, als sie von Michael Schumachers schwerem Skiunfall erfahren haben“, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. „Wir hoffen mit Michael Schumacher und mit seiner Familie, dass er die Verletzungen überwinden und genesen kann. Seiner Frau, seinen Kindern, seinen Angehörigen wünschen wir in diesen schweren Stunden Kraft und Zusammenhalt.“ (APA, dpa)




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