Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 15.10.2015


Eliteliga

Die Elite-Garde marschiert auf

Die Temperaturen sinken, die Eislaufschuhe werden geschliffen. Morgen startet die Eishockey-Eliteliga in die neue Saison. Mit neuen Regeln, vielen neuen Spielern und einem neuen Team. Spannung ist garantiert.

© RottensteinerMeister 2013, 2014 und 2015 (Bild) – die Wattener Pinguine gehen als Titelverteidiger in die neue Saison der Eishockey-Eliteliga.Foto: Rottensteiner



Von Adrian Stöckl

Innsbruck – „Ich bin immer noch dagegen“, meinte der Präsident des Tiroler Eishockeyverbandes, Peter Schramm, zur neuen Legionärsregel (ein Legionär, drei Nicht-Tiroler pro Team) in der Eliteliga-Saison. „Aber der Wunsch wurde von den Vereinen geäußert.“ Und dem musste ein demokratischer Verband entsprechen.

Dass ein finanzkräftiger Verein dabei besser abschneiden werde, glaubt Schramm nicht unbedingt: „Meistens kompensieren es die, die weniger Geld haben, durch Cleverness und gute Ideen.“ Deshalb rechnet der Präsident auch mit fünf bis sechs Teams, die um den Titel rittern. Dabei nennt er nicht zuletzt den Hattrick-Titelträger aus Wattens, dazu Kundl und Vorjahresfinalist Kufstein. „Aber auch den Neuling aus Brixen darf man nicht abschreiben.“ Die TT gibt einen Überblick.

Wattens Penguins: Die meisterlichen Eishackler aus der Kristallgemeinde (drei Titel in Folge) starten in die neue Saison unter dem Motto: „Mission (im)possible IV“. Dass der vierte Titel möglich scheint, zeigt ein Detail: Die Wattener um Sportdirektor Markus Gander beorderten Legionär Martin Bouz von der Trainerbank zurück aufs Eis und verpflichteten mit Ludvik Kopecky einen „akribisch arbeitenden“ Coach. Außerdem kehrten mit Clemens Habsburg-Lothringen und Tormann Markus Seidl wieder zwei gestandene Pinguine zurück. In einem ersten Testspiel verlor man gegen Liga-Neuling Brixen 3:5. „Ihr Einstieg nützt der Liga! Das ist sicher keine Nudeltruppe“, lachte Gander. Morgen trifft man sich am ersten Spieltag.

HC Kufstein Dragons: „Man kann sich auf eine spannende, ausgeglichene Liga freuen“, weiß HC-Kufstein-Obmann Gerhard Wilhelm. Die Drachen lotsten mit Markus Prock und Taylor Holst zwei Spieler vom Weerberg in die Festungsstadt. Mit Armin Neubauer (GER) wurde ein zweiter Tormann geholt. Klasse sollte auch Neuzugang Robert Schopf haben, er spielte in der zweiten deutschen Liga für Rosenheim. Ivo Novotny bleibt Coach. Wilhelm rechnet mit „Hohenems, Brixen und den üblichen Verdächtigen“. Also auch mit seinem Team.

EHC Kundl Crocodiles: „Die Vorfreude wächst“, freute sich Kundls Sportlicher Leiter, Bruno Schiestl, auf die Saison, die sein Klub (noch) ohne Legionär beginnt. Mit Stefan Pittl und Florian Stern (Ex-HCI-Cracks) holte man sich aber schon viel Klasse ins Boot. Dazu verstärkt der Ex-Kitzbühel-Verteidiger Igor Ivanov das Team um Trainer und Ex-Goalgetter Jaroslav Betka. „Er soll, auch mit seinem Namen, zum Zugpferd werden“, so Schiestl über den Wahltiroler.

Silz Bulls: Bei den Bullen aus Silz fand vor der Saison ein kräftiger Umbruch statt. Die Oberländer unter Trainer Bastian Eisank verstärkten sich wieder mit dem Tschechen Josef Fojtik (105 Punkte in 33 Spielen für Silz), dem Steirer Florian Graf und dem Vill­acher Christian Ofner (beide Defensive) sowie dem Wiener Stephan Fellinger (Sturm/kam von Graz 99ers). „Ein gesunder Mix aus jungen, hungrigen Spielern und wenigen erfahrenen Leithammeln soll für den Umschwung sorgen.“

Zirl Gunners: Der größte Wurf, der den Zirlern mit Trainer Martin Höller gelang, ist die Verpflichtung des kanadischen Stürmers Ben Payne (zuletzt EHC Zweibrücken/Regionalliga Süd, Deutschland), der künftig auch den Nachwuchs trainiert. Mit Michael Bonetti, Rückkehrer Martin Sturm und Thomas Praxmarer verstärkte man sich zusätzlich.

„Es ist alles möglich, aber fix ist nichts“, weiß Gunners-Obmann Pepo Baumann ohne Testspiel noch nicht so richtig, wohin die Reise geht.

HC Brixen Falcons: Der Liga-Neuling, eine Fusion des HC Brixen und des AHC Freienfeld (Tiroler Landesligameister 14/15), geht mit vielen Vorschusslorbeeren in die Saison. Fast jeder Verein zählte bei den Favoriten auch die Südtiroler dazu. Immerhin verstärkten sich die Falken mit zwei Serie-A-erfahrenen Spielern: Stürmer Christian Sottsas und Center Gunnar Braito. Der spielende Vizepräsident Oliver Schenk will „einen Play-off-Platz“ erreichen.

Der SC Hohenems (Vorjahres-Halbfinalist) will ohne Legionär in die Top vier und ist stärker einzuschätzen als die SPG Feldkirch/Lustenau. Die will in der Liga vornehmlich Youngsters ausbilden.

Modus:

Neurungen: Es ist erlaubt, einen Legionär zu verpflichten. Außerdem dürfen pro Verein drei Nicht-Tiroler spielen. Erstmals ist mit dem HC Brixen Falcons Woodone eine Südtiroler Mannschaft in Nordtirols höchster Amateur-Eishockeyliga vertreten.

1. Spieltag: Freitag, 16 Oktober: Kundl – Silz (19.30 Uhr), Brixen – Wattens (20.30). Samstag, 17. Oktober: Feldkirch/Lustenau – Zirl (16.15) Hohenems – Kufstein (19 Uhr).