Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 05.10.2017


Bob

Nur ein Pass(agier) für die Olympia-Bob-Teams

Bob-Pilotin Christina Hengster muss bei Olympia auf ihre Anschieberin Sanne Dekker verzichten, dafür hat Benjamin Maier sein Team fixiert.

© gepaNeben Betsy the Beast...



Von Günter Almberger

Innsbruck – Das Ziel ist Olympia 2018 in Pyeongchang. Der Weg dorthin: ein langer. Und dieser begann Anfang der Woche in Innsbruck. 1000 Kilometer mussten Christina Hengster und Co. zunächst mit dem Transporter bis Kiel (GER) zurücklegen, ehe es über Nacht mit der Fähre nach Oslo weiterging und anschließend drei Autostunden bis nach Lillehammer. Heute stehen die ersten Eisfahrten der Saison im Olympia-Eiskanal von 1994 auf dem Programm. Strapazen pur, aber alles für Olympia!

... testet Christina Hengster in Lillehammer auch einen neuen Schlitten.
- Hengster

In Hengsters Bob sitzt auch Anschieberin Sanne Dekker. Noch, denn bei Olympia bleibt der gebürtigen Holländerin nur die Zuschauerrolle. „Sie hätte die österreichische Staatsbürgerschaft erhalten, die Niederlande haben aber keine Doppelstaatsbürgerschaft erlaubt. So hat sich Sanne gegen einen rot-weiß-roten Pass und ein Olympia-Antreten entschieden“, erklärte Hengster. Deshalb wird sich Valerie Kleiser wohl mit einer noch nicht bekannten Anschieberin um den Platz in Hengsters Bob duellieren.

Andere Voraussetzungen hat das Team des Rumer Piloten Benjamin Maier. Das IOC erteilte Anschieber Danut Moldovan eine Ausnahmegenehmigung, wodurch die übliche dreijährige Wartefrist nach Nationenwechseln vor einer Olympia-Teilnahme entfällt. Damit ist der gebürtige Rumäne – vorbehaltlich der erfolgreichen Olympia-Quali – für Österreich in Korea startberechtigt. „Ich habe dadurch ein super eingespieltes Team zusammen. Wir sind in Lillehammer so früh wie noch nie zuvor in der Saisonvorbereitung auf Eis. Jetzt hoffe ich, dass wir unsere Leistungen auch im Eiskanal zeigen können“, betonte Maier.

Skeleton: Korea-Countdown beginnt

Innsbruck — Auch die Skeleton-Piloten checkten gestern Richtung Norwegen ein. Einerseits, um ihr Material zu testen, andererseits, um sich sportlich auf die Saison einzustimmen. Matthias Guggenberger (33) wird sich nach seiner Knie-Operation (Knorpel) erst langsam herantasten: „Noch sind es 130 Tage bis Olympia, ich gehe es Schritt für Schritt an." Ein wenig Fahrt wird der Tiroler allerdings schon in den kommenden Tagen auf der Olympia-Bahn von 1994 in Lillehammer aufnehmen müssen, denn die erste Leistungsbestimmung erfolgt bereits: An zwei Tagen sollen wie bei den Winterspielen in

Pyeongchang vier Läufe absolviert werden, eine Art interner Testlauf. Der bleibt Guggenbergers Freundin Janine Flock (28) ohnedies erspart, die Marschrichtung der einzigen heimischen Skeleton-Dame im Weltcup ist bereits klar Richtung Olympia ausgerichtet.

Unglücklich zeigte sich die Rumerin zuletzt über die Betreuungssituation, seitens des Verbands warte man seit Monaten etwa in puncto Betreuung auf eine Zusage. „Es ist nicht einfach für uns. Wir müssen uns etwa beim Videostudium der Bahn auf die Hilfe anderer Teams verlassen", erzählt die Doppeleuropameisterin enttäuscht. (floh)