Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 13.10.2017


eBEL

Flachländer Poulsen will mit HCI Berge versetzen

Mit Morten Poulsen holten die Innsbrucker Haie den ersten Dänen nach Tirol. Der 29-Jährige kommt mit seiner Frau und erwartet Nachwuchs.

Nach einer Saison 2015/16 bei den Graz 99ers (Bild) und einem Intermezzo in Bozen kämpft Morten Poulsen nun für den HC Innsbruck.

© gepaNach einer Saison 2015/16 bei den Graz 99ers (Bild) und einem Intermezzo in Bozen kämpft Morten Poulsen nun für den HC Innsbruck.



Von Benjamin Kiechl

Innsbruck – Die Innsbrucker Eishalle kennt er schon, viele neue Gesichter noch nicht. Morten Poulsen ist in Innsbruck angekommen. Der neue Fang der Innsbrucker Haie wollte gestern gleich einen guten Eindruck hinterlassen. „Ich bin erst 24 Stunden hier, aber es ist wunderbar“, meint der 29-Jährige gestern im TT-Gespräch und lächelte freundlich.

Schon jetzt ist er in die Vereinsgeschichte eingegangen – als der erste Däne bei den Haien. Und diese (Sonder-)Rolle scheint dem 1,86 Meter großen und 95 kg schweren Skandinavier zu gefallen. „Es ist eine Ehre für mich“, sagt Poulsen, dem Innsbruck und die TWK Arena nicht unbekannt sind: In der Saison 2015/16 war er mit den Graz 99ers zu Gast. „Schon damals war der HCI ein gefährliches Team, aber Coach Rob Pallin war noch nicht hier. Jetzt sind sie noch stärker.“

Diese Worte schmeicheln dem Coach, der direkt neben ihm sitzt und an einem Schälchen Kaffee nippt. „Morten hat eine tolle Einstellung und wird sich jede Minute in den Dienst der Mannschaft stellen“, erklärt der US-Amerikaner. In seinen Worten schwingt die Hoffnung mit, dass er diesmal ein glücklicheres Händchen hat. Vorgänger Jesse Mychan kam Mitte August zu den Haien, um nach fünf EBEL-Spielen aus familiären Gründen wieder ein Retour-Ticket nach Kanada zu buchen.

Poulsen, der beim HCI den verletzten Stürmer Fabio Schramm vertreten soll, will sich wieder fürs Nationalteam empfehlen und im Rahmen des Österreich-Cups (9. bis 11.11.) in Innsbruck auflaufen. Und er ist gekommen, um zu bleiben: Mit Frau und Hündchen Walder („Ein Yorkshire-Bichon-Mischling“) schlug er seine Zelte in Tirol auf. Die beste Nachricht: Nachwuchs ist unterwegs. „Im Februar soll in Tirol unser erstes Kind auf die Welt kommen. Es wird ein Junge und ich freue mich sehr!“ Neben dem Jungpapa-Dasein sollen auch die Play-offs der Grund sein, warum er für seine extra mitgebrachte PlayStation nur noch wenig Zeit haben werde. „Ich will für das Team immer 100 Prozent geben und meine Zweikämpfe gewinnen“, sagt er und sieht sich selbst als Kämpfernatur mit Torriecher. Ob auf seiner gewohnten Position am Flügel oder im Zentrum – Poulsen ist jede Position recht, er sei gierig nach Eiszeit.

An Spielpraxis in der aktuellen Saison mangelt es ihm bislang. Poulsen absolvierte Testspiele für den HC Bozen, um dann zwei Tage vor Saisonstart doch nicht verpflichtet zu werden. Mit fünf bis sechs Trainingseinheiten pro Woche hielt er sich als vereinsloser Spieler fit. „Ich will nicht ins Detail gehen, aber das mit Bozen ist unglücklich gelaufen. Jetzt bin ich froh, in Innsbruck zu sein.“ Ein besserer Platz mit noch höheren Bergen. „Man sieht sie sogar von der Eishalle aus, das macht mich glücklich.“ Die höchste dänische Erhebung misst gerade einmal 170 Meter (Møllehøj). Mit dem HCI wolle er am liebsten Berge versetzen. Sein Debüt gegen den Tabellenführer Vienna Capitals könne er kaum erwarten. Das Lächeln weicht einem grimmigen Gesicht: „Wir wollen ihnen die erste Niederlage zufügen. Meine Füße sind gut, am Samstag werden sie noch besser sein.“