Letztes Update am Do, 09.11.2017 09:24

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Eishockey

Österreich-Cup in Innsbruck: „Es weht ein frischer Wind“

Das österreichische Eishockey-Nationalteam will den Aufwärtstrend unter Teamchef Roger Bader ab heute beim Österreich-Cup fortsetzen. Lokalmatador Philipp Lindner freut sich auf die Heimspiele in Innsbruck.

© Michael KristenNach einem schmerzhaften Zusammenstoß im Training will der Innsbrucker Hai Philipp Lindner (l.) beim Österreich-­Cup wieder seinen Mann im Teamdress stehen.



Innsbruck — Zum Auftakt des Österreich-Cups kreuzt die ÖEHV-Auswahl heute (20.30 Uhr) in der Tiwag-Arena mit Norwegen, aktuell Neunter der IHHF-Weltrangliste, die Klingen. Die Partien gegen Südkorea folgen. Daniel Jakubitzka (Tiroler bei Red Bull Salzburg) rückte gestern für Nico Brunner (VSV) in den Kader nach. Die TT hakte vor dem ersten Bully beim Innsbrucker Hai Philipp Lindner nach.

Wie groß ist die Vorfreude beim Lokalmatador?

Philipp Lindner: Es ist mega, im Teamdress in der Heimat zu spielen, das habe ich noch nie erlebt.

Sie sind ja fast schon eine Tiroler Konstante?

Lindner: Bis auf letztes Jahr in Graz, wo ich ebenfalls verletzungsbedingt absagen musste, war ich immer dabei. Es ist eine Mega-Bestätigung, wenn ich von Roger Bader immer einberufen werde. Was Besseres gibt's nicht. Cool wäre natürlich eine WM wie die A-WM (im Mai 2018 in Kopenhagen, Anm.).

Seit Bader übernommen hat, geht es wieder bergauf ...

Lindner: Er hat die Mannschaft radikal verjüngt, und das sieht man. Es weht ein frischer Wind. Und er zieht sein Konzept durch.

Was verlangt er?

Lindner: Körperlich muss man auf jeden Fall sehr fit sein.

... weil er ja auch die Aussage getätigt hat, dass Österreich in dieser Hinsicht hinterherhinken soll.

Lindner: Sein Hauptaugenmerk gilt diesem Bereich. Wir müssen schnell nach vorne spielen, schnell wieder umschalten, und dafür musst du ganz einfach fit sein.

Ist der Teamchef zum großen Hoffnungsträger berufen?

Der Dirigent - ÖEHV-Teamchef Roger Bader.
- Michael Kristen

Lindner: Was heißt Hoffnungsträger? Er sagt ja selbst, dass er der Dirigent ist, die Musik kommt immer noch von uns am Eis. Wir wollen seine Vorgaben umsetzen. Es ist immer schwer, die Hoffnungen auf einen Trainer oder einen einzelnen Spieler zu übertragen. Es liegt immer an der ganzen Mannschaft.

Und warum sollte man sich die Eishockey-Auswahl in Innsbruck ansehen?

Lindner: Das Nationalteam ist da, da muss man nicht allzu viel dazu sagen ...

Weiß man was über die kommenden Gegner?

Lindner: Eine Gegneranalyse ist gegenwärtig schwer. Wir haben uns seit Montag intensiv auf unser Spiel und unser System konzentriert, damit wir uns am Eis finden.

Fünf Linien stehen im aktuellen Kader, eine hat also immer „frei".

Lindner: Das ist so und erfahren wir immer am Matchtag. Aber jeder wird mindestens ein Spiel bekommen.

Ein hartes Qualifying, um auf den WM-Zug aufspringen zu können ...

Lindner: Auf jeden Fall. Der Teamchef legt sehr viel Wert auf den internen Wettkampf.

Der interne Wettkampf unter österreichischen Spielern geht in der Erste Bank Eishockey Liga bei der Legionärsflut oft verloren.

Lindner: Man kann sich über die Liga aufregen oder sie gutreden. Wir Spieler können sowieso nichts ändern. Die Liga ist besser geworden, aber natürlich sieht man, dass immer weniger Österreicher spielen.

Geistert die Liga oder der eigene Klub momentan überhaupt durch den Kopf?

Lindner: Viel an die Haie habe ich nicht gedacht. Aber ich glaube, augenblicklich denkt keiner viel an den Verein. So viel Profi muss man sein, dass man das ausschalten kann.

Das Gespräch führte Alex Gruber

Österreich-Cup in Innsbruck - Spielplan

Donnerstag: Dänemark - Südkorea 17.00 Uhr, Österreich - Norwegen 20.30 Uhr
Freitag: Norwegen - Dänemark 17.00 Uhr, Österreich - Südkorea 20.30 Uhr
Samstag: Südkorea - Norwegen 14.00 Uhr, Österreich - Dänemark 17.30 Uhr
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