Letztes Update am Sa, 11.11.2017 10:46

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Ski Alpin

Hirscher-Trainer Pircher: „Top 30 wäre Riesenerfolg“

Harte Arbeit für das Blitz-Comeback: Marcel Hirschers Trainer Michael Pircher bezeichnete vor dem Levi-Slalom die Final-Qualifikation als realistisches Ziel.

© gepaÖSV-Superstar Marcel Hirscher mit Trainer Michael Pircher.



Levi - Für Marcel Hirschers Trainer ist das Antreten des Salzburgers am Sonntag im Weltcup-Slalom von Levi bereits als Erfolg zu werten. „Ich sehe es positiv, dass es der Fuß erlaubt, dass wir hier stehen. Natürlich will er das Beste geben, aber was rauskommt ist sekundär“, sagte Michael Pircher und bezeichnet das mit Final-Qualifikation betitelte Ziel nicht als Tiefstapelei.

Nach dem am 17. August erlittenen unverschobenen Bruch des linken Außenknöchels war erst am vergangenen Montag ein Testversuch auf Schnee so positiv verlaufen, dass man sich ins richtige Training hineingewagt habe, erklärte der für Hirscher zuständige ÖSV-Coach. „Dass natürlich noch nicht alles ganz selbstverständlich ist, ist eh klar. Wie sollte das auch sein nach drei Tagen. Aber es war die eine oder andere Fahrt auch dabei, wo man sagt, okay, die ist ansprechend.“

Levi-Start als hochgestecktes Ziel

Das habe letztlich den Ausschlag gegeben, nach Levi zu reisen. An zwei Tagen habe das Training jenem entsprochen, das man normalerweise vor einem Rennen absolviere. „Wir haben im Training gewagt, einen Zahn zuzulegen. Es ist medium bis positiv ausgefallen. Es war unser Ziel, in Levi an den Start zu gehen. Es ist jetzt Tatsache. Das Ziel war natürlich hochgesteckt, aber jetzt stehen wir da“, sagte Pircher.

Wichtig sei es, in den Wettkampfrhythmus zu kommen. „Marcel ist voll motiviert. Die mühsame Trainingsarbeit im Sommer und Herbst ist heuer eher im konditionellen und therapeutischen Bereich geschehen. Natürlich geht ihm der Schnee ab. Und er ist extrem heiß und hat derzeit voll die Freude beim Skifahren. Und er ist froh, dass der Fuß so gut hält.“

Pircher warnte jedoch vor übertriebenen Erwartungen. „Man muss am Boden bleiben. Mit drei Trainingstagen muss man den Ball flach halten.“ Hirschers Ziel ist die Qualifikation für den zweiten Durchgang. „Wenn es Punkte werden, dann ist es eine super Geschichte“, sagte der sechsfache Gesamtweltcupsieger.

„Top 30 wäre schon ein Riesenerfolg. Weil jeder weiß, wieviel Umfang und Training im Sommer durchgeführt werden - von den Mannschaften und Marcel. Ich spreche da von 40, 50 Tagen in den letzten Jahren, die wir bis zu diesem Zeitpunkt im Jahr hatten. Heuer sind es drei sinnvolle und nicht mehr. Deshalb ist die Zielsetzung sicher sehr tief unten“, verdeutlichte Pircher. „Im Training braucht es einen gewissen Trainingsumfang, um stabil zu sein. Die Stabilität geht uns ab.“

Feller: „Skifahren wird er nicht verlernt haben“

Die ÖSV-Teamkollegen rechnen indes mit einem starken Auftritt des Slalom-Weltmeisters. „Ansonsten wäre er nicht hier. Wenn Marcel schmerzfrei ist, wird er vorne dabei sein. Das Skifahren wird er über den Sommer nicht verlernt haben“, meinte Manuel Feller. „Man kann auch mit ein paar Trainingstagen sehr schnell sein. Wenn er seine sieben Zwetschken beinander hat - und das hat er sicher, sonst wäre er nicht hergeflogen.“ Auch Marco Schwarz glaubt, dass Hirscher fit ist. „Sonst würde er nicht fahren.“

Wie hart Hirscher am schnellen Comeback gearbeitet hat, betonte sein Trainer nochmals: „Eine Verletzung ist eine große Geschichte, die es erst zu verdauen gilt. Das war beinharte Arbeit, aber er war extrem fleißig und hat alles daran gesetzt, so früh wie möglich wieder am Start zu sein. Aber es war nicht ohne - vor allem nicht für ihn.“ (APA)

ÖSV-Aufgebot für den Levi-Slalom

Neben Marcel Hirscher steht auch Christian Hirschbühl im ÖSV-Aufgebot für den Levi-Slalom. Der Vorarlberger zog sich am 11. Oktober einen Innenbandeinriss im linken Knie zu und erlitt einen Bone Bruise im vorderen Schienbeinkopfbereich.

ÖSV-Aufgebot in Levi (10.00/13.00 Uhr MEZ):

Marc Digruber, Manuel Feller, Christian Hirschbühl, Marcel Hirscher, Michael Matt, Dominik Raschner, Simon Rueland, Marco Schwarz, Johannes Strolz