Letztes Update am Do, 07.12.2017 15:33

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Biathlon

Tirolerin Hauser ÖSV-Hoffnung in Hochfilzen

Die Tiroler Biathletin Lisa Hauser blickt dem Heim-Weltcup in Hochfilzen (ab morgen) gespannt entgegen. Zuletzt fehlte Spritzigkeit.

© gepaMit der Treffsicherheit war Lisa Hauser bislang zufrieden, in der Loipe fehlt aufgrund des Trainingsrückstands noch die Spritzigkeit.



Von Florian Madl

Innsbruck – Es war kein Sommer, wie ihn sich Lisa Hauser gewünscht hätte. Und das, obwohl doch der Sommer in ihrem idyllischen Heimatort Reith bei Kitzbühel geradezu dazu einlädt, sich sportlich zu betätigen. Zwei schwerwiegende Unfälle in ihrer Familie bremsten den Trainingseifer: „Sport war zu dieser Zeit keine Ablenkung, es hat mich einfach nicht in­teressiert.“ Bruder und Mama geht es mittlerweile wieder besser, das hob auch bei Österreichs bester Biathletin die Laune. Einzige Konsequenz: „Im Training hinkte ich lange Zeit hinterher. Als die anderen Schnelligkeit trainierten, war ich noch bei den Grundlagen.“ Oft habe sie alleine trainieren müssen, um das Defizit aufzuholen. Aber der Sommer hat für Hauser ohnedies nur bedingt Aussagekraft: „Ich kann meine Stärken besonders im Winter ausspielen.“

Kein Wunder, dass ihre Trainerin Sandra Flunger zuletzt „fehlende Spritzigkeit“ monierte. Wohl gemerkt: Das war kürzlich in Östersund (SWE), wo Lisa Hauser mit Simon Eder die Single-Mixed-Staffel für sich entschied und achtbare Einzelergebnisse (u. a. Platz 12) vorzuweisen hatte. Mit dem Salzburger trainiert die 23-Jährige übrigens in der ÖSV-fernen „Biathlon-Schmiede“, wo man sich eine eigene Trainingsphilosophie zurechtlegte. Nach Meinung Eders, dem einzigen Mann in der Gruppe, sei die Mischung eine gute: „In der Männergruppe wird eher gepusht, bei den Damen herrscht beim Laktattraining mehr Vernunft“, erzählte der Familienvater der Austria Presse Agentur.

Der 34-jährige Schnellschütze zählt am Wochenende zu den Mitfavoriten, für Lisa Hauser gilt das derzeit nur in besagtem Single-Mixed-Bewerb. „Ich will in Hochfilzen unbedingt unter die Top 15, die Top 10 wären für mich ein echter Traum.“ Ein Traum, bei dem auch der Bruder und die Eltern am Streckenrand mitfiebern. Etwas, was Lisa Hauser nach diesem nicht ganz einfachen Sommer besondere Freude bereitet.

Biathlon-Weltcup in Hochfilzen

Programm

Freitag:

Sprint der Herren (11.30 Uhr), Sprint der Damen (14.15 Uhr).

Samstag:

Verfolgung der Herren (12.15 Uhr), Verfolgung der Damen (14.45 Uhr).

Sonntag:

Staffel der Herren (11.30 Uhr), Staffel der Damen (14.10 Uhr).

Daten und Fakten

309 Sportler/34 Nationen; 380 Volunteers, 300 Medienvertreter.

Im Netz: www.biathlon-hochfilzen.at>