Letztes Update am So, 31.12.2017 17:08

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Vierschanzentournee

ÖSV-Adler zündeten in der Quali keine Raketen

Der Norweger Johann Andre Forfang sorgte mit seinem Satz auf 140,5 Meter für den Sprung des Tages und sicherte sich souverän den Quali-Sieg.

© ReutersJohann Andre Forfang flog der Konkurrenz in Garmisch-Partenkirchen um die Ohren.



Garmisch-Partenkirchen – Die letzten Sprünge des Jahres von Stefan Kraft waren kein Spiegelbild seiner tollen Saison. Der Doppel-Weltmeister musste sich in der Qualifikation für das Neujahrsspringen am Montag (14.00 Uhr/live ORF eins) nach einem 129-m-Flug mit dem 17. Platz begnügen. Damit war er dennoch Bester der schwächelnden Österreicher. Sieger des Tages war der Norweger Johann Andre Forfang mit 140,5 Metern.

Im Tournee-Abschlusstraining in Garmisch hatte Kraft vor Weihnachten Trainer und ÖSV-Kollegen beeindruckt, am Sonntag kam er schon im Training nicht richtig ins Fliegen. In der Qualifikation erwischte der Vierte von Oberstdorf dann auch noch stärkeren Rückenwind als fast alle Rivalen um den Gesamtsieg.

Kraft: „Sprung voll abgestochen“

„Der letzte Sprung hat sich vom Tisch am besten angefühlt, aber ich habe ihn voll abgestochen, das war leider nichts“, sagte Kraft, der am 1. Jänner Dritter des zweiten Tournee-Bewerbs gewesen war. Eine Videoanalyse sollte Aufschlüsse liefern. „Dann bin ich morgen dabei“, erklärte der 24-Jährige.

Am Abend feierten Springer, Betreuer und ihre Freundinnen im Teamhotel in Leutasch Silvester. Auf der Schanze hatten Kraft und seine Kollegen keine „Raketen“ gezündet. Die schönste lieferte Forfang, der bei etwas Aufwind bis auf drei Meter an den acht Jahre alten Schanzenrekord von Simon Ammann herankam, der Sonntag bei seiner 20. Tournee als 51. in der Qualifikation scheiterte.

Oberstdorf-Sieger Kamil Stoch ließ sich auch vom Rückenwind kaum bremsen und klassierte sich an der sechsten Stelle (131,5 m). Der am Samstag zweitplatzierte Richard Freitag wurde Vierter (135 m).

Gregor Schlierenzauer war wie schon in Oberstdorf im ersten Trainingssprung sehr stark, eine Wiederholung gelang ihm aber nicht. Wie in der Auftakt-Qualifikation kam er nicht unter die besten 30 (32.). Der letzte Sprung des Jahres spiegle viel wieder, meinte der noch 27-Jährige. Auf dem Weg zurück müsse er sich in Geduld üben.

Kuttin: „Schritt nach vorn ist nicht passiert“

Der dreifache Garmisch-Sieger und seine vier Kollegen Michael Hayböck und Daniel Huber (ex aequo 29.), Manuel Fettner (35.) und Clemens Aigner (36.) absolvierten quasi ein Zielspringen. Sie landeten zwischen 122,5 und 125 Metern - das reichte zur Qualifikation, war aber nicht die angestrebte Steigerung.

Cheftrainer Heinz Kuttin versuchte nicht, etwas zu beschönigen. „Der Schritt nach vorn ist nicht passiert“, stellte der Kärntner fest. Man müsse sachlich bleiben und versuchen, das Selbstvertrauen der Springer zu stärken. „Aber die Ausgangsposition ist nicht gut“, gab Kuttin zu. (APA)

Vierschanzentournee in Garmisch-Partenkirchen - Quali

1. Johann Andre Forfang (NOR) 143,8 (140,5) - 2. Dawid Kubacki (POL) 136,2 (135,5) - 3. Stefan Hula (POL) 135,8 (135,5) - 4. Richard Freitag (GER) 134,8 (135) - 5. Junshiro Kobayashi (JPN) 134,4 (136) - 6. Kamil Stoch (POL) 132,5 (131,5)

Weiter:

15. Andreas Wellinger (GER) 125,4 (130,5) - 17. Stefan Kraft 124,6 (129) - 29. Michael Hayböck 112,5 (124,5) und Daniel Huber 112,5 (125) - 32. Gregor Schlierenzauer 112,0 (124,5) - 35. Manuel Fettner 111,2 (122,5) - 36. Clemens Aigner (alle AUT) 111,1 (124,5)

Die wichtigsten K.o.-Duelle

Forfang - Jonathan Learoyd (FRA), Kubacki - Mackenzie Boyd-Clowes (CAN), Freitag - Alex Insam (ITA), Stoch - Andreas Wank (GER), Wellinger - Aigner, Fettner - Timi Zajc (SLO), Kraft - Ziga Jelar (SLO), Schlierenzauer - Maciej Kot (POL), Hayböck - Tilen Bartol (SLO), Huber - Ryoyu Kobayashi (JPN)