Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 03.01.2018


EBEL

Das nächste Endspiel im Kampf um „big points“

Nach dem 3:2-Penaltysieg über Bozen wollen die Haie heute (19.15 Uhr) in Dornbirn nachlegen. Es wird aber wieder ein ganz schwerer Gang.

© Michael KristenDer kollektive Jubel verrät, wie groß die Erleichterung im Innsbrucker Haifischbecken nach dem 3:2-Penaltyerfolg über den HC Bozen war. Heute geht’s beim nächsten Derby in Dornbirn weiter.



Von Alex Gruber

Innsbruck – „Steh’ auf, wenn du am Boden bist“, lautet ein Musiktext der Toten Hosen. Oder: „Eine eingeschworene Mannschaft findet Wege, Spiele zu drehen und zu gewinnen“, zog Haie-Headcoach Rob Pallin nach der Aufholjagd (von 0:2 auf 3:2) gegen Bozen den Hut vor seinen Cracks. Fast 40 Minuten ging gegen destruktive Gäste offensiv wenig bis nichts, dann setzten die Haie mit veränderter Taktik – der Puck ging mehr in die Tiefe – im letzten Drittel vor ausverkauftem Haus zu einem Sturmlauf der Superlative (22:3 Schüsse) an.

Es war positiv zu notieren, dass die Torsperre bei John Lammers brach. Und dass die erste Reihe mit einem weiteren Treffer von Hunter Bishop und einem später verwandelten Penalty von Tyler Spurgeon federführend mit viel Leadership voranging. Dabei dachte Pallin zumindest im Hinterkopf daran, seine eingeschworene Paradereihe auseinanderzureißen. Diese Überlegung kann man vorerst getrost zu den Akten legen.

Ganz stark, wie Goalie Patrik Nechvátal mehrmals in der Verlängerung reagierte oder Andrew Yogan erneut im Schlafwagentempo einen weiteren Penalty wie schon gegen Fehervar versenkte. Ganz stark auch, dass Morten Poulsen beide Derbys gegen die Südtiroler unter starken Schmerzen mit angebrochener Rippe absolvierte. „Er ist ein super Junge und Krieger“, strich Pallin hervor. Vielleicht muss er den Dänen heute aber schonen und einen Jungen (z. B. Lukas Bär) weiter nach vorne beordern.

Ein großer Kämpfer mit angebrochener Rippe – HCI-Angreifer Morten Poulsen (M.) schonte weder Bozen-Goalie Smith noch sich selbst.
- Michael Kristen

„Wir haben mit Dornbirn noch eine offene Rechnung“, weiß Lammers nach der unglücklichen 1:2-Niederlage vom vergangenen Donnerstag. Ein Sieg im Ländle würde einen Sechs-Punkte-Polster bedeuten, auch Zagreb sitzt ja im Nacken. Es ist längst Crunch-Time.