Letztes Update am Mi, 03.01.2018 11:09

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Ski Alpin

Hirscher will mit 50er gleich doppelt Geschichte schreiben

Mit seinem vierten Sieg in Zagreb würde Marcel Hirscher mit Alberto Tomba gleichziehen und auch den rot-weiß-roten Podest-Rekord von Annemari Moser-Pröll egalisieren.

© gepaKann Marcel Hirscher Henrik Kristoffersen auch diesmal in den Schatten stellen?



Zagreb – Im alpinen Ski-Weltcup stehen entscheidende Wochen bevor. Bei den Jänner-Klassikern werden nicht nur die Olympia-Tickets vergeben, für Marcel Hirscher geht es darum, genügend Punkte für seine siebente große Kristallkugel anzusammeln. In Zagreb jagt der Salzburger am Donnerstag zunächst aber seinen 50. Weltcup-Sieg und eine ÖSV-Bestmarke, die noch alleine im Besitz von Annemarie Moser-Pröll ist.

Nach einer Weihnachtspause, die länger ausfiel als üblich, stieg Hirscher am Neujahrstag beim City Event in Oslo wieder ins Geschehen ein. Da erntete er als Fünfter immerhin 40 Weltcup-Punkte, während sein derzeit stärkster Widersacher Henrik Kristoffersen nur 15 Zähler mitnehmen konnte. Der Norweger blieb gleich in der ersten Runde auf der Strecke und kam dadurch als Neunter in die Wertung.

Showdown der Technik-Spezialisten

Hirscher gegen Kristoffersen - wenn man den Rennkalender betrachtet, scheint alles angerichtet für einen Showdown der zwei Supertechniker um den Gesamtweltcup. Denn bis 30. Jänner stehen nicht weniger als fünf Slaloms, zwei Riesentorläufe sowie in Stockholm ein weiterer City Event auf dem Programm. Speed-Raketen wie Kristoffersens Landsmänner Kjetil Jansrud und Aksel Lund Svindal sind da im Nachteil, weil ihnen irgendwann schlicht die Gelegenheiten ausgehen, das Punktekonto zu befüllen.

„Im Jänner zählt es, da musst du in Topform sein“, erklärte Hirscher. „Da kommt man eh nicht mehr zur Ruhe, bis man zu den Olympischen Spielen fliegt.“ Er weiß, dass er gute Aussichten hätte, sollte er sich bis zur Abreise nach Südkorea einen einigermaßen respektablen Vorsprung erarbeitet haben. Nach Pyeongchang gibt es im März nur noch drei Weltcup-Stationen mit Kranjska Gora (Riesentorlauf, Slalom), Kvitfjell (Abfahrt, Super-G) und dem Finale in Aare. Dramatische Verschiebungen sind dann nicht mehr zu erwarten.

Tomba und Moser-Pröll im Visier

Nach einem Trainingstag am Dienstag reiste Hirscher am Mittwochnachmittag nach Zagreb. „Ich fühle mich gut und freue mich darauf“, sagte er. Dreimal hat der 28-Jährige bei der Snow Queen Trophy schon gewonnen, zuletzt 2015. Mit einem Sieg am Donnerstag wäre er der vierte Mann nach Ingemar Stenmark (86), Hermann Maier (54) und Alberto Tomba (50), der die 50er-Marke geknackt hat.

Doch auch ein zweiter oder dritter Rang wären historisch, hätte er doch mit 114 Podestplätzen seine Salzburger Landsfrau Annemarie Moser-Pröll eingeholt. Nur der Schwede Stenmark (155) und die US-Amerikanerin Lindsey Vonn (131) waren im Weltcup öfter unter den ersten Drei. (APA)