Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 16.01.2018


Ski Alpin

Hundertstelkrimi in Kirchberg und Bestnoten für die Veranstalter

Dominik Raschner carvte nur um 16 Hundertstel am Heimsieg in Kirchberg vorbei – Brennsteiner (2.) nur von Südtiroler Hofer geschlagen.

Dominik Raschner raste als Dritter aufs Stockerl.

© gepaDominik Raschner raste als Dritter aufs Stockerl.



Von Josef Metzger

Kirchberg – Auch der zweite Europacup-Riesenslalom blieb bei Kaiserwetter im Finale fest in Südtiroler Hand. Hatte Florian Eisath am Sonntag einen Schweizer Triple-Sieg verhindert, so vereitelte gestern der 23-jährige Alex Hofer in einem Hundertstelkrimi einen ÖSV-Doppelpack. Die zwölf Hundertstel, die er schneller war, versperrten Stefan Brennsteiner aus Niedernsill (Sbg.) den Weg zu seinem ersten Europacupsieg. Auch dem drittplatzierten Milser Dominik Raschner („Mein Vater hat mich von Kindheit an aufgebaut“) fehlten nach Rang sechs vom Vortag nur 16 Hundertstel zum vollen Erfolg. Raschner hatte Mitte Dezember in Kronplatz einen Parallelslalom gewonnen.

Wie groß die Dichte im Europacup ist und wie eng es hergeht, offenbarte sich beim Vortagssieger Eisath, der diesmal nur Neunter wurde. Andererseits machte Hofer einen Satz vom zwölften Platz aufs oberste Siegespodest. Johannes Strolz, Sohn des Olympiasiegers aus Warth bei Lech, Führender im RTL-Europacup, bezahlte seine Aggressivität im Finale mit dem Aus. Der Ötztaler Fabio Gstrein pendelte sich im Verfolgerfeld auf Platz 13 ein. Die Zeit der Kometen, die den Skihimmel stürmen, ist inzwischen vorbei.

Nicht nur mehr oder weniger junge ÖSV-Hoffnungen wie Marcel Mathis, Max Lahnsteiner oder Pirmin Hacker haben längst gelernt, dass es schwer genug ist, im breit gefächerten Europacup vorne Fuß zu fassen. Auch die Söhne von Größen wie Elia Zurbriggen, Noel von Grünigen oder Lukas Wasmeier kommen über Teilerfolge kaum hinaus. Was auch für das bulgarische Supertalent Albert Popov aus Sofia gilt, der bei einem fatalen Autounfall in Sölden dem Tod von der Schaufel gesprungen war, aber mehr als ein Jahr pausieren hatte müssen. Mental, so sagt er, hätte das Unglück kaum Spuren hinterlassen, das zerfetzte Sprunggelenk hingegen schon.

Als Sieger durften sich hingegen die Veranstalter in Kirchberg fühlen, für die es Lobeshymnen für die selektive, bestens präparierte Piste am Gaisberg gab. „Wäre super, wenn es da wieder Weltcuprennen gibt“, meinte Stefan Brennsteiner. 2019 findet der Europacup aber nicht in Kirchberg, sondern wie 2017 auf der verkürzten Streif-Abfahrt (Ziel Oberhausberg) statt. Also heißt es für die tüchtigen Kitz-Nachbarn vorerst: Weltcup, bitte warten ...