Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 30.01.2018


Ski Alpin

Beim Tagesausflug hat Hirscher den siebten Streich im Visier

Ein Monat, sieben Siege? Österreichs Ski-Star Marcel Hirscher jagt heute (17.45 Uhr, ORF eins) beim City Event in Stockholm den nächsten Superlativ.

Marcel Hirscher wird sich wie im Vorjahr heute im Parallel-Rennen durch die Tore kämpfen müssen.

© gepaMarcel Hirscher wird sich wie im Vorjahr heute im Parallel-Rennen durch die Tore kämpfen müssen.



Von Roman Stelzl

Innsbruck – Ein bisschen Luxus muss sein – und der ist ja ein verdienter nach einer Weltcup-Saison, die mit zehn Siegen so gut wie noch nie ist. Nach seinem überlegenen Riesentorlauf-Triumph am Sonntag in Garmisch-Partenkirchen wird das heutige City Event in Stockholm (SWE/17.45 Uhr, live ORF eins) für Marcel Hirscher quas­i zum Tagesausflug.

Erst am Vormittag hebt ein Privatflieger mit dem österreichischen Ski-Star in die schwedische Hauptstadt ab – davor wurde noch ein Trainingstag in der „Homebase“ auf der Reiteralm eingelegt, wo seit dem Vorjahr eine eigene Startvorrichtung für Parallel-Events wie jenes in Stockholm steht. Für den nunmehr 55-fachen österreichischen Rekord-Weltcupsieger geht es dabei um den elften Erfolg in der laufenden Saison – und es wäre bereits der siebente im vollgestopften Monat Jänner. Erst einmal schaffte es der 28-jährige Salzburger in diesem Jahr in acht Rennen nicht auf das Podest – und das ausgerechnet beim City Event zu Neujahr in Oslo (NOR).

Ein müder Hirscher wollt­e vom Siegen und Verlieren nach dem Erfolg in Garmisch fürs Erste nichts mehr hören. Er lehnte sich entspannt im Sessel zurück, während die Pressefragen auf ihn einprasselten. Ein wenig war sie doch spürbar, diese Erleichterung nach dem 55. Triumph, der Hirscher zur Nummer eins bei Österreichs Herren vor Hermann Maier macht.

Doch den Lorbeerkranz wies der sechsfache Gesamtweltcupsieger sofort von sich. „Ich habe meine Stärken und Schwächen, wenn die Bedingungen nicht passen, dann bricht auch dieses eingespielt­e System schnell zusammen. Das ist ein schmale­r Grat“, meinte Hirscher. „Es kann alles ganz zusammenbrechen. Vor zwei Tagen war zum Beispiel Feuer am Dach, als wir keinen Halt am Volleis hatten. Es ist nicht so leicht, wie es aussieht, wenn ich die Rennen gewinne. Es muss immer alles passen.“

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Alles passen – das ist das entscheidende Wort für die Olympischen Winterspiele in Südkorea (ab 9.2.). Denn dort konzentriert sich alles auf einen Tag und einen Moment. Hirscher, dem Olympia-Gold noch in der Sammlung fehlt, wird voraussichtlich am Sonntag Richtung Winterspiele in Asien abheben. Fix ist der Start im Slalom und dem Riesentorlauf – offen ist hingegen Hirschers Einsatz in der Kombination und der Premiere des Teambewerbs. „Wie soll sich das ausgehen?“, meinte der sechsfache Weltmeister angesichts des Nationen-Duells. Am 24. Februar steigt der Teambewerb, eine Woche darauf der Slalom in Kranjska Gora (SLO). „Der Weltcup steht bei mir schon noch im Vordergrund“, erklärte Hirscher.

Seine Siegesserie will er daher auch gar nicht mehr kommentieren. „Es ist so schwierig, das alles zu fassen. Ich bin so im Rennmodus“, meinte Hirscher. Ein Plus könnte der im Sommer erlittene Knöchel­bruch sein, der die Ausgangslage entspannte: „Ich hatte immer die Ausrede: Ich habe den Haxen gebrochen, was wollt ihr von mir?“

Die braucht Hirscher nun nicht mehr. Mit 224 Punkten Vorsprung im Gepäck geht es heute in Stockholm an den Start, der härteste Konkurrent Henrik Kristoffersen (NOR) ist ebenfalls mit von der Partie. Ansonsten lassen einige Athleten aufgrund des anstehenden Olympia-Programms das City Event aus. So wie der Fieberbrunner Manuel Feller, der im Riesentorlauf von Garmisch als Zweiter erstmals auf das Weltcup-Podest fuhr.

Ebenfalls nicht dabei ist Mikaela Shiffrin. Die US-Dominatorin will sich nach drei Ausfällen binnen acht Tagen auf Südkorea-Großtaten vorbereiten. Für Österreich sind neben Hirscher der Tiroler Michael Matt und der Kärntner Marco Schwarz mit von der Partie. Bei den Damen ist das Trio Bernadette Schild, Katharina Gallhuber und Katharina Truppe mit dabei. Für die Damen geht es bereits am Donnerstag mit dem Speed-Weltcup in Garmisch-Partenkirchen weiter.