Letztes Update am Mi, 07.02.2018 20:03

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Olympia 2018

Rodel-Familie Prock: Wie der Vater, so die Tochter

Bei seinen zehnten Olympischen Spielen sieht die rot-weiß-rote Rodel-Legende Markus Prock erstmals Tochter Hannah im Eiskanal starten.

© APAInspizieren gemeinsam den Olympia-Eiskanal: Rodel-Legende Markus Prock und Tochter Hannah.



Pyeongchang – Am vergangenen Freitag hat sie ihren 18. Geburtstag großteils über den Wolken gefeiert. Hannah Prock befand sich da auf dem Weg zu den Olympischen Spielen in Pyeongchang und zur Erfüllung eines sportlichen Traums. Die Tochter von Rodellegende Markus Prock ist erstmals im Zeichen der Fünf Ringe im Einsatz und tritt damit in die Fußstapfen ihres Vaters.

Ein bisschen wie im Himmel fühlt sich Hannah Prock wohl auch auf dem Boden, denn noch vor einem halben Jahr hätte sie ein Antreten für Österreich in Südkorea nicht für möglich gehalten. „Nein, auf keinen Fall. Ich habe dafür gekämpft und trainiert. Dass es funktioniert hat, ist natürlich super. Ich hätte es mir nicht erwartet“, sagte Hannah, die sich in internen Qualifikationsrennen in Oberhof, Königssee und bei den heimischen Meisterschaften in Igls durchgesetzt hat. Und zwar als Punktebeste, was auch ÖRV-Sportdirektor Markus Prock doppelt freute: „Das war fein für mich, weil sonst heißt es natürlich ,vom Markus die Tochter‘“, gestand auch der Funktionär.

Für den Vater sind es nach sechs Olympischen Spielen als Aktiver (zweimal Silber, einmal Bronze) seine insgesamt sogar schon zehnten Spiele.

Zum vierten Mal ist er als ÖRV-Funktionär mit von der Partie. „Für mich als Vater war wichtig, dass sie Sport machen. Ob sie jetzt rodeln oder klettern, ich hätte alles unterstützt und auch meine Frau“, sagte Papa Prock in Bezug auf seine beiden Töchter. „Toll, dass die Hannah jetzt dabei ist. Ich war damals 19, als ich das erste Mal dabei war. Das ist natürlich etwas Spezielles.“

Dabei war Hannah zunächst gar nicht so rodelbegeistert. Sie kam erst über ihre Schwester Nina zum Rodeln. „Nina hat vor mir angefangen, aber ich wollte nie zuschauen gehen, weil es an der Bahn immer so kalt ist. Dann hat sie irgendwann einmal gesagt, ich soll es unbedingt probieren. Und dann hat es mir gleich voll getaugt“, erinnert sich der Teenager an die Anfänge im Winter 2010. Als ihr Vater 2002 seine Karriere beendet hat, war sie erst zwei Jahre alt. Aber dank YouTube und Co. weiß sie schon, was der zehnfache Weltcup-Gesamtsieger alles vollbracht hat. „Ich habe mir schon was angeschaut, wie er gefahren ist und es gibt ja bei uns daheim auch sehr viele Fotos, die rumstehen.“

Nina Prock hat ihre Karriere nach einem vierten Rang bei den Jugend-Winterspielen und einem Junioren-WM-Titel mit der Mannschaft inzwischen beendet. (APA)