Letztes Update am Fr, 09.02.2018 12:27

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Olympia 2018

Olympia 2018 in der Tiefkühltruhe ist nichts für Morgenmuffel

Wann muss ich für die Skirennen aufstehen? Wie viel kosten die Winterspiele in Südkorea? Welche Medaillenchancen hat Österreich? Wir haben die Antworten auf diese und andere Fragen.

© REUTERSDer Sport völkerverbindendes Element: Unter gemeinsamer Flagge traten Cheerleader aus Süd- und Nordkorea auf.



Von Michael Pipal

Morgenstund hat Gold im Mund: Pyeongchang ist unserer Zeit acht Stunden voraus. Ski- und Snowboardfans müssen sich während der Winterspiele einen Wecker stellen. Die meisten Bewerbe beginnen zwischen 2.00 und 3.00 Uhr in der Früh. Besser haben es da Rodel-, Skisprung- und Biathlon-Anhänger: Diese Bewerbe werden in Europa hauptsächlich zum Mittagessen im TV serviert.

Medaillenchance: Glaubt man einer Prognose aus den USA, holen die Österreicher bei den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang sechs Goldmedaillen. Dabei gehen gleich drei auf das Konto von Marcel Hirscher, auch Stefan Kraft gewinnt eine Goldene. Insgesamt prognostiziert der amerikanische Daten- und Analysedienst Gracenote für Österreich 15 Medaillen. Auf eben so viele hofft auch ÖSV-Boss Peter Schröcksnadel.

Alleine das Olympiastadion kostete 66 Millionen Euro. Nach den Paralympics wird die Arena wieder abgebaut.
- REUTERS

Teurer Spaß: Alleine das Olympiastadion im Alpensia Ski Resorts kostete 66 Millionen Euro. Die 35.000 Zuschauer fassende Arena wird nach den Paralympics wieder ins Nirvana verabschiedet und ist bei der Eröffnung heute Freitag nicht ausverkauft. 600.000 bis 1,5 Millionen Won (umgerechnet 449 bis 1122 Euro) - das war den wenig Wintersport-begeisterten Südkoreanern einfach zu teuer. Das offizielle Gesamtbudget liegt bei rund 10 Milliarden Euro.

Die klirrende Kälte macht Sportlern und Sichertspersonal gleichermaßen zu schaffen.
- Reuters

Minusgrade: Für die kommenden Tage wurden in den Austragungsorten bis zu Minus 20 Grad Außentemperatur prognostiziert. Auf die Zuschauer warten „Goodies" wie ein­e Decke, ein Heizkissen und Wärmepads für Hände und Füße. Die offizielle Anweisung der Veranstalter für die Sportler ist etwas simpler: "Möglichst viel bewegen." Bei der Eröffnungsfeier sind Schutzplanen gegen den eisigen Wind montiert, darüber hinaus wurden 27 Wärmezonen und 40 mobile Heizstrahler installiert.

ÖOC-Aufgebot: 2925 Athleten aus 94 Nationen sind für die Olympischen Spiele 2018 akkreditiert. Österreich schickt 105 Wintersportler nach Südkorea. Slopestylerin Lara Wolf und Rodlerin Hannah Prock sind mit 17 Jahren die jüngsten Athletinnen im Aufgebot. Snowboarderin Claudia Riegler (44) ist die älteste rot-weiß-rote Sportlerin.

Es gibt immer ein erstes Mal: Auch bei diesen Winterspielen feiern sechs Nationen ihre Premiere. Die Debütanten in Pyeongchang sind Ecuador (Langlauf), Eritrea (Ski alpin), der Kosovo (Ski alpin), Malaysia (Eiskunstlauf, Ski alpin), Nigeria (Bob, Skeleton) und Singapur (Short Track, Eisschnelllauf). Auch wenn sie wohl nicht gewinnen werden, sind sie eine absolute Bereicherung. Schließlich verkörpern die Exoten so wie kaum andere Sportler den Olympischen Gedanken: Dabei sein ist alles.