Letztes Update am Do, 15.02.2018 08:37

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Olympia 2018

Hämmerle kämpfte mit Tränen, Schairer stürzte schwer

Österreichs Snowboardcrosser gingen erneut bei Olympischen Spielen leer aus. Alessandro Hämmerle und Markus Schairer hatten doppeltes Sturzpech.

Der Sprung aufs Siegerpodest blieb Alessandro Hämmerle verwehrt.

© REUTERSDer Sprung aufs Siegerpodest blieb Alessandro Hämmerle verwehrt.



Bokwang – Dem Franzosen Pierre Vaultier ist am Donnerstag bei den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang im Snowboardcross die Wiederholung seines Gold-Coups von Sotschi gelungen. Der Top-Favorit setzte sich im großen Finale vor dem Australier Jarryd Hughes und Regino Hernandez aus Spanien durch. Als bester ÖOC-Boarder wurde Alessandro Hämmerle nach seinem Sieg im kleinen Finale Siebenter.

Das seit 2006 olympische Snowboardcross bleibt damit weiterhin ein fehlendes Puzzlestück in der rot-weiß-roten Erfolgsbilanz bei Winterspielen. Auch der aus österreichischer Sicht am stärksten eingeschätzte Vorarlberger Alessandro Hämmerle verpasste bei guten Wetterbedingungen mit strahlendem Sonnenschein die erste ÖOC-Medaille in dieser Disziplin.

Sturzorgie überschattete Bewerb

Dabei hatte es für den 24-Jährigen zunächst gut ausgesehen. Seinen Achtelfinallauf meisterte der Vorarlberger mit einem Sieg souverän. Im Viertelfinale kam er als Dritter weiter. Auch in der Vorschlussrunde lag Hämmerle zunächst auf einem Aufstiegsplatz, ehe er durch eine Verkettung unglücklicher Umstände zu Sturz kam. „Jarryd Hughes hat Pierre Vaultier raufgedrückt und dieser dann mich. Das war einfach Boardercross, es war Pech“, war der Siebtplatzierte enttäuscht.

Auf das Ende der Medaillenträume reagierte Hämmerle sehr emotional. „Ich muss zugeben, ich habe selten geweint. Aber da sind mir schon die Tränen gekommen“, musste er die Niederlage hinnehmen. „Es war einfach eine Riesenenttäuschung für mich. Ich hatte mich super gefühlt.“

Die Medaillengewinner: Jarryd Hughes, Pierre Vaultier und Regino Hernandez (v.l.).
Die Medaillengewinner: Jarryd Hughes, Pierre Vaultier und Regino Hernandez (v.l.).
- Reuters

Der Bewerb im Phoenix Snow Park von Bokwang mutierte phasenweise zu einer Sturzorgie. Hämmerles Vorarlberger Landsmann Markus Schairer hatte am Donnerstag gleich mehrfach Pech. Nach einem Sturz im Abschlusstraining war der Wettkampf für ihn schon unter keinen guten Vorzeichen gestanden. Der Ellenbogen schmerzte den Routinier im Bewerb. Nachdem der 30-Jährige das Achtelfinale noch als Dritter überstand, flog er in der Runde darauf spektakulär ab. Der Ex-Weltmeister wurde danach zu Untersuchungen ins Krankenhaus der Küstenstadt Gangneung gebracht. Über Verletzungen ist derzeit noch nichts bekannt.

Die restlichen beiden rot-weiß-roten Boarder hatten schon im Achtelfinale die Segel streichen müssen. Hanno Douschan - am Vormittag als 16. der Setzungsläufe noch bester Österreicher - überstand die erste K.o.-Runde ebenso nicht wie der Wiener Olympia-Debütant Lukas Pachner. (APA)

Snowboardcross - Herren

GOLD: Pierre Vaultier (FRA)

SILBER:

Jarryd Hughes (AUS)

BRONZE:

3. Regino Hernandez (ESP)

4. Nick Baumgartner (USA) - 5. Mick Dierdorff (USA) - 6. Alex Pullin (AUS) - 7. Alessandro Hämmerle (AUT/(B-Finale) - 8. Martin Nörl (GER) - 9. Anton Lindfors (FIN) - 10. Cameron Bolton (AUS)

Weiter:

22. Markus Schairer (AUT/Viertelfinale) - 27. Hanno Douschan - 39. Lukas Pachner (beide AUT/Achtelfinale)