Letztes Update am Mi, 14.03.2018 14:29

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Ski Alpin

ÖSV-Doppelsieg durch Kriechmayr und Mayer, Kristallkugel an Feuz

Die letzte Kristall-Entscheidung bei den Ski-Herren ist gefallen: Ein dritter Platz hinter den ex aequo Ersten Vincent Kriechmayr und Matthias Mayer reichte Beat Feuz zum Sieg in der Disziplinenwertung.

Freundin Katrin Triendl gratulierte Beat Feuz im Ziel mit einem Bussi.

© gepaFreundin Katrin Triendl gratulierte Beat Feuz im Ziel mit einem Bussi.



Aare - Als Aksel Lund Svindal um 13.32 Uhr mit 0,08 Sekunden Rückstand als Zweiter hinter Beat Feuz über die Ziellinie fuhr, stand der Schweizer erstmals als Abfahrts-Weltcup-Sieger fest. Der dreifache Saisonsieger in der Königsdisziplin krönte ein äußerst erfolgreiches Jahr (Olympia-Silber Super-G, Olympia-Bronze Abfahrt) mit der kleinen Kristallkugel.

Dass es für den Wahl-Tiroler nicht auch noch zum Tagessieg reichte, dafür sorgten gleich zwei rot-weiß-rote Speed-Spezialisten. Matthias Mayer und Vincent Kriechmayr gewannen ex aequo vor Feuz, waren 0,04 Sekunden schneller als der Branchen-Primus. Damit verhinderten Österreichs Ski-Herren im letzten Rennen eine Saison ohne Abfahrtssieg.

"Ich habe gehört, dass der Vincent vorne ist, da habe ich gewusst, dass ich Gas geben muss", erzählte Mayer im Ziel von seiner Herangehensweise. "Lieber gewinne ich so als mit einer Hundertstelsekunde Vorsprung", sagte der Super-G-Olympiasieger. Geteilte Freude bedeutete auch für Kriechmayr doppelte Freude: "Unglaublich - ich habe mich noch mehr gefreut, als ich gesehen habe, dass wir ex aequo vorne liegen."

Doppelt hält besser: Matthias Mayer und Vincent Kriechmayr jubelten gemeinsam vom obersten Stockerl.
Doppelt hält besser: Matthias Mayer und Vincent Kriechmayr jubelten gemeinsam vom obersten Stockerl.
- gepa

Warum es ausgerechnet beim Saisonfinale für die ÖSV-Herren erstmals in der Abfahrt funktionierte, konnten beide nicht sagen. "Keine Ahnung! Bei mir war es schon letzte Woche schade, weil ich bis zu meinem Ausfall gut unterwegs war. Es ist so wie es ist - und das ist lässig", schloss Mayer seine Ausführungen ab.

"Ich habe gewusst, wenn die 1 oder die 2 im Ziel aufleuchtet, dann muss es reichen. Und so ist es auch gekommen", sagte unterdessen Feuz, der mit Rang drei naturgemäß gut leben konnte. Der 31-Jährige, der im Sommer erstmals Vater wird, gestand, dass er selbst kaum noch mit einer kleinen Kristallkugel spekuliert hatte. "Nach meinen Verletzungen habe ich immer gesagt, dass es mit meinem Knie nicht möglich ist, um eine Kugel mitzufahren. Ich habe mich getäuscht", gab der Eidgenosse mit einem Lächeln zu. "Es bedeutet mir sehr viel, dass mir das jetzt gelungen ist."

Der nächste Test für die Weltmeisterschaft in einem Jahr geht bereits am Donnerstag über die Bühne. Startzeit für den Super-G: 12.00 Uhr. Mit uns seid ihr wieder live dabei! (pim)

Abfahrt der Herren in Aare

1. Vincent Kriechmayr und Matthias Mayer (AUT) 1:20,21 Minuten
3. Beat Feuz (SUI) +0,04 Sekunden
4. Aksel Lund Svindal (NOR) +0,12
5. Thomas Dreßen (GER) +0,24
6. Maxence Muzaton (FRA) +0,30
7. Max Franz (AUT) +0,32
8. Johan Clarey (FRA) +0,42
9. Kjetil Jansrud (NOR) +0,43
10. Brice Roger (FRA) +0,44
Weiter:
14. Hannes Reichelt (AUT) +0,71
22. Romed Baumann (AUT) +1,28
Ausgeschieden: Emanuele Buzzi (ITA)

Abfahrts-Weltcup
1. Beat Feuz (SUI) 682 Punkte
2. Aksel Lund Svindal (NOR) 612
3. Thomas Dressen (GER) 446
4. Dominik Paris (ITA) 386
5. Vincent Kriechmayr (AUT) 384
6. Matthias Mayer (AUT) 348