Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 17.04.2018


Skispringen

Neuer ÖSV-Trainer: Felder eine „große Überlegung“

Die Suche nach dem neuen Heilsbringer im rotweißroten Skisprunglager soll sich kurz vor dem Abschluss befinden. Der 56-jährige Absamer Andreas Felder gilt als Favorit auf den Cheftrainer-Posten.

© gepa ertlAndreas Felder ist Favorit auf den Cheftrainer-Posten der ÖSV-Skisprung-Herren.



Innsbruck — Nach dem Bericht in der TT am Sonntag, wonach auch Andreas Felder ein aussichtsreicher Kandidat für die Nachfolge von Heinz Kuttin als Cheftrainer der ÖSV-Skispringer sei, ging dessen Vorvorgänger quasi postalisch in die Vorlage. Also schrieb Alexander Pointner, von 2004 bis 2014 ÖSV-Chefcoach und seit zwei Jahren TT-Kolumnist, gestern Vormittag auf seinem Facebook-Account: „Andi Felder wird neuer ÖSV-Cheftrainer."

Eine Feststellung, die bei den Entscheidungsträgern des Österreichischen Skiverbandes auf begrenzten Widerhall stieß. „Was immer der Pointex auch postet, noch ist keine Entscheidung gefallen", versicherte Mario Stecher, der neue Sportliche Leiter der Sektionen Skisprung und Nordische Kombination. „Es ist definitiv so, dass wir noch mit einigen Leuten im Gespräch sind. Und ja, der Andi ist einer davon. Und ja, aufgrund seiner Erfahrung und Erfolge ist er eine große Überlegung. Aber nochmals: Es ist keinerlei Entscheidung gefallen. Es ist in keine Richtung ausdiskutiert, geschweige denn etwas unterschrieben." ÖSV-Pressechef Jo Schmid äußerte sich ähnlich und in aller Knappheit: „Noch ist nichts abgesegnet."

Stecher stellte immerhin in Aussicht, dass die offene Personalie nicht zuletzt mit Hinblick auf die Heim-WM 2019 in Seefeld möglichst in Bälde geschlossen wird. „Nächstes Wochenende steigt unsere Sportwartetagung in See­kirchen. Ich bin optimistisch, dass wir bis dahin einen neue­n Cheftrainer haben."

Doch gut informierte Quellen wollen wissen, dass die Entscheidung pro Felder bereits gefallen ist und es nur noch um Vertragsdetails geht. Ein Votum für Felder wäre auch ein Votum für Erfahrung. Der Absamer war schon einmal ÖSV-Herren-Chef­trainer (1995 bis 1997) und führte dabei Andreas Goldberger zu dessen dritten Gesamtweltcuperfolg. Dazu betreute er von 1997 bis 2000 die deutschen Kombinierer, war im Anschluss Springerchef bei den ÖSV-Kombinierern und seit 2014 Cheftrainer der ÖSV-Springerinnen rund um Aushängeschild Daniel­a Iraschko-­Stolz. Der heute 56-jährige Absamer war selbst einer der dominierenden Athleten seiner Epoche, brachte es zwischen 1984 und 1992 auf 25 Weltcuperfolge, wurde 1986 Skiflugweltmeister und im Jahr darauf Weltmeister von der Großschanze.

Felder selbst wollte am Montag noch keine Stellungnahme abgeben. (su, m. i.)