Letztes Update am Fr, 15.06.2018 08:59

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


EBEL

Nach bitterer Diagnose: Kein Weg zurück aufs Eis für Teschauer

Dennis Teschauer, Eigengewächs der Innsbrucker Haie, muss seine Eishockey-Karriere mit 22 Jahren wegen Herzproblemen beenden.

© gepaMuss den Kampf an der Bande in Zukunft meiden – Dennis Teschauer, in der Vorsaison der Erste Bank Eishockey Liga Youngstar des Monats September, muss seine Karriere beenden.



Von Alex Gruber

Innsbruck – Wie alle Jahre begab sich Dennis Teschauer vor einigen Wochen zum obligaten Leistungsstest in Natters, wo plötzlich Auffälligkeiten im EKG sichtbar wurden. Es folgte Untersuchung um Untersuchung, viele Spezialisten wurden auch bei grenzübergreifender Beratung konsultiert. Letztlich wurde dem Angreifer aus medizinischer Sicht empfohlen, seiner Karriere ein Ende zu setzen.

„Ich habe keinerlei Symp­tome gehabt, aber ein Teil des Herzmuskels ist zu dick. Das hat sich über Jahre so entwickelt. Und weil beim Eishockey so viele Start- und Stopp-Bewegungen mit sehr hohen und schnell schwankenden Pulsfrequenzen sind, wäre die Belastung für mein Herz einfach zu groß“, erklärt Teschauer, der klarerweise nach wie vor mit seinen Gefühlen kämpft: „Natürlich bin ich froh, dass die Ärzte das entdeckt haben. Aber dass ich jetzt nicht mehr Eis­hockey spielen kann, das will noch nicht so recht in meinen Kopf.“

Schließlich klopfte der 22-Jährige zu Beginn der Vorsaison als „Youngstar des Monats September“ in der Erste Bank Eishockey Liga an einem neuen persönlichen Leistungszenit an, schoss bei 48 Einsätzen seine ersten beiden EBEL-Treffer und lieferte zudem einen Assist: „Die neue Saison hätte jetzt die werden sollen, in der sich mein weiterer Werdegang entscheiden sollte. Es tut weh, dass ich es jetzt nicht mehr zeigen kann, was ich draufhabe. Mit dem habe ich zu kämpfen“, spricht der Flügel mit gedämpfter Stimme über sein vorzeitiges Karriereende, das auf einer sehr seltenen Herzanomalie gründet, die weiter beobachtet werden muss.

Teschauer, der in der Sonnenschutzfirma der Familie ein zweites Standbein hat, muss in Zukunft extreme Belastungen so gut wie möglich vermeiden, darf aber in mittleren Pulsfrequenzen dennoch sportlich aktiv bleiben. „Ich werde anfangen, Tennis zu spielen“, hat er sich ein erstes neues Ziel gesetzt. Man fühlt mit ihm, wenn er spricht. Schließlich schiebt man seine große Liebe, die eben Eishockey hieß, ja nicht von heute auf morgen so einfach beiseite.

So bitter sich die Geschicht­e für Teschauer liest, so klar zeigt sie auch die Notwendigkeit von regelmäßigen Untersuchungen und Tests auf.