Letztes Update am Mo, 30.07.2018 10:47

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Skispringen

ÖSV-Adler verpassten Umstellung auf den H-Stil

ÖSV-Skisprung-Cheftrainer Andreas Felder sieht für seine Schützlinge einen langen Weg zurück zum Erfolg. Das neue System muss erst verinnerlicht werden.

© gepaNur Rang 16: Stefan Kraft fliegt noch zu viel im veralteten V-Stil.



Von Susann Frank

Innsbruck – „Mit dem Wettkampfergebnis kann man nicht zufrieden sein“, räumte Andreas Felder gestern ein. Am Samstag war Stefan Kraft als bester österreichischer Skispringer gerade einmal 16. auf der zweiten Sommer-Grand-Prix-Station in Hinterzarten geworden. Sieger in Deutschland war erneut Kamil Stoch (POL).

Für Neo-Cheftrainer Felder steht jedoch fest, auch bei den kommenden Sommer-Bewerben „kleinere Brötchen backen“ zu müssen. Der Weg zurück an die Spitze sei ein längerer. Warum? „Weil in der Vergangenheit die Umstellung auf die neue Technik verabsäumt worden ist“, erklärt der Tiroler. Nur durch das hervorragende Material konnte dies eine Zeitlang kaschiert werden. Und es sei schwer, die alten Muster aufzubrechen. „Wir sehen sogar beim Trockentraining, dass bestimmte Dinge für die Umsetzung der neuen Technik bei unseren Springern noch nicht gegeben sind.“

Die erfolgreichen Nationen wie Polen, Norwegen und Deutschland hätte schon in den vergangenen Jahren vom „V-Sprungstil“ auf das „H“ umgestellt. Das hätte ihm sein Kollege Stefan Horngacher bestätigt. Durch den Wörgler haben die Polen und insbesondere Stoch zuletzt Seriensiege gefeiert. „Er hat gesagt, dass es erst jetzt, in seinem dritten Jahr, alle verinnerlicht hätten“, sagt Felder, der gespannt ist, ob die älteren Skispringer den neuen Weg überhaupt ganz mitgehen können.

Trotz der schwierigen Umstellung hält Felder an der Teilnahme der Sommer-Wettkampf-Serie fest. Am Donnerstag bricht das Team in die Schweiz auf, wo am Samstag in Einsiedeln wieder um den Sieg gesprungen wird. Jedoch ohne Manuel Fettner. Aufgrund von Materialtests und großen Abstimmungsschwierigkeiten bleibt der Innsbrucker dem Sommer-Grand-Prix bis zum Herbst fern. Felder: „Es macht nicht viel Sinn, wenn er sich nicht einmal für den Wettkampf qualifiziert.“