Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 07.08.2018


EBEL

Die Haie haben längst Blut geleckt

Die Innsbrucker Haie leiteten am Montag die Pre-Season in der Erste Bank Eishockeyliga ein. Wie in den beiden vorangegangenen Spielzeiten will man wieder unter den Top sechs den Einzug ins Play-off lösen.

© gepaDie Haie um Kapitän Tyler Spurgeon, Mario Lamoureux, Levko Koper, Matt Climie und Nick Ross (v. l.) gingen am Montag bei Sponsor „Renault Dosenberger“ wieder auf Tuchfühlung zu den Fans.



Von Alex Gruber

Innsbruck — Wenn man bei brütender Hitze Anfang August an ein Eis denkt, dann wohl eher an eins zum Lutschen. Scherz beiseite. Die Innsbrucker Haie kündigten am Montag mit all ihren Neuerwerbungen die kommende Eiszeit in der EBEL an. Charme-Offensive muss man keine betreiben. Denn es war bärenstark, was die Truppe unter der Regie von Headcoach Rob Pallin jeweils auf Platz fünf nach dem Grunddurchgang 2016/17 (66 Punkte) und 2017/18 (71 Zähler waren neuer Rekord) abgeliefert hat. Die Haie haben sich die Latte selbst hoch gelegt.

Headcoach Rob Pallin hat sich seinen Platz in den Innsbrucker Herzen bereits gesichert.
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„Die Erwartungshaltung ist sowohl bei den Fans als auch bei uns gestiegen. Dass wir zweimal direkt das Play-off lösen, war nicht alltäglich", führt HCI-Vorstand Norbert Ried aus. Um einige Atemzüge weiter und mit dem Wissen um außerordentlich starke Konkurrenz in der internationalen Liga fortzufahren: „Vielleicht können wir den nächsten Schritt machen und im Play-off eine Runde überstehen."

Der Mann, der den Haien seit zwei Jahren ein sensationelles Gesicht und eine neue Identität verleiht, heißt Rob Pallin. Und der 51-jährige US-Amerikaner kehrte voller Hunger auf seine dritte Saison im Haifischbecken aus den Vereinigten Staaten zurück: „Es muss Teil unser Vision sein, das Play-off jedes Jahr zu fixieren. Innsbruck muss ein Team sein, das die ganze Liga kennt", diktierte Pallin, ehe er auf die Neuzugänge blickte: „Ich glaube an unser Team und die neuen Spieler."

Was es bedeutet, Teil der Haie zu sein, führte er bereits bei einem ersten Meeting aus. Der Hunger zu arbeiten und daraus folgend Spiele gewinnen zu können, sei Teil jener DNA, die die Haie stärkt. „Dazu braucht man Leadership und großartige Charaktere. Im Gegensatz zu anderen Teams, die am Papier gleich stark erschienen, hatten wir das in den beiden letzten Saisonen", nickt Pallin und musste sich dafür am Montag nur nach links zu Kapitän Tyler Spurgeon drehen. Der einwandfreie Sportsgeist des Alphatiers steht stellvertretend für den Erfolg. Im Wissen, dass die Liga „wieder viel besser sein wird". Routinier Spurgeon (32) will in seiner vierten Spielzeit bei den Haien aber wieder ein Stück weiter gehen: „Es ist jede Saison eine Reise. Und wir stehen erst am Beginn. Aber natürlich möchte ich bis Ende April spielen." Das käme dann der Final-Teilnahme gleich.

Weil, wie Pallin weiß, „alles ein Prozess" ist, starten die Haie am Mittwoch mit dem ersten Eistraining in Materialtests und Konditionsschübe, am Samstag will man den Fans im internen Testspiel zwischen Philipp Lindners „Flying Elbows" und Flo „Nino" Pedevillas „Violent Gents" wieder einen stimmungsvollen Vorgeschmack liefern.

Das Gesamt-Budget des Klubs weist Ried mit 2,8 Mio. Euro aus, Vorstand Kurt Mitterer verweist im Nachwuchs auch auf ein runderneuertes Trainerteam.

Mit bewährten Akteuren wie Sacha Guimond, Spurgeon, Andrew Yogan und John Lammers (u. v. l.) will man in der EBEL weiter jubeln.
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