Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 02.10.2018


EBEL

Mit neuem Rückhalt wollen die Haie jetzt durchstarten

Die Innsbrucker Haie bitten heute (19.15 Uhr) die Bozner Füchse zum Tanz. Janne Juvonen debütiert in der Tiwag-Arena gegen den Meister.

© Thomas Boehm / TTAuf ins Gefecht - am neuen Haie-Goalie Janne Juvonen sollen sich heute die Bozner Füchse verschlucken.



Von Alex Gruber

Innsbruck – Reden ist Silber, Schweigen ist Gold. Als großes Sprachrohr kam der neue Goalie Janne Juvonen bislang nicht in der Haie-Kabine rüber, aber große Ansprachen sind ja nicht eine der hervorstechendsten Eigenschaften, mit denen man Finnen grundsätzlich in Verbindung bringt. Skisprunglegende und Namensvetter Janne Ahonen wurde ja gerne als „der Schweiger“ bezeichnet. Und Juvonen wurde nicht geholt, damit er sich den Mund fusselig redet, sondern dass er sich die Scheibe schnappt. Inwieweit die mangelnde Spielpraxis beim 23-Jährigen, der zuletzt bei den Lahti Pelicans unter Vertrag stand, ein Problem ist, wird sich weisen.

„Ich will so schnell wie möglich in den Spielrhythmus kommen und dem neuen Team helfen zu gewinnen“, sagt Juvonen. „Er ist ein typischer Finne – ruhig und nichts ärgert ihn. Er bewegt sich gut. Natürlich wird er ein paar Spiele brauchen“, führt Headcoach Rob Pallin aus.

Eine Woche blieb nach dem 6:5-Overtime-Erfolg über Salzburg auch Zeit, alles genau zu studieren. Und dass man mit einer Fangquote von unter 80 Prozent nicht viele Spiele in einer ausgeglichenen Liga gewinnen kann, liegt laut Pallin auf der Hand. Dennoch unterstreicht der 51-jährige Amerikaner auch vor dem heutigen Match gegen den Meister, dass man sich keine langen Schwäche- und Nachdenkphasen erlauben darf: „Wenn was passiert, brauchen wir nur an den nächsten Wechsel zu denken. Wir müssen sofort wieder zurück ins Feuer.“

Auf Tabellenplatz zehn stellen die Innsbrucker Haie bislang das beste Powerplay-Team der Liga (33,3 %) und zudem die beste Scoring-Effektivität (13,53 %). Ein vierter Platz im Penaltykilling (84 %) liest sich auch alles andere als schlecht. „Wenn man das betrachtet, ist es fast unglaublich, dass wir so einen schlechten Saisonstart hatten. Und jetzt brauchen wir einen Torhüter mit einem Save Percentage von 90 Prozent“, setzt Pallin auf das kühle Nordlicht Janne Juvonen.

Die Bozner Füchse sind als ausgefuchstes Team mit starken Einzelspielern und einer soliden Defensive bekannt. Der Grundsatz „Arbeit schlägt Talent“ gilt auch fürs Haie-Kollektiv. Es kann nicht schaden, wenn nicht nur ein cooler Finne Eiswürfel spuckt.