Letztes Update am Do, 04.10.2018 08:16

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Ski Weltcup

Der Ski-Weltcup wird exklusiver: Österreich verliert Startplatz

Die Fernseh-Stationen üben Druck auf die FIS aus, das Starterfeld zu halbieren. Renndirektor Markus Waldner will künftig 45 bis 50 anstatt 80 Läufer im Rennen dabei haben.

© gepaAuf Hannes Reichelt und seine ÖSV-Kollegen kommen einschneidende Veränderungen zu.



Innsbruck – Der Alpinski-Weltcup der Herren soll bekanntlich attraktiver gemacht werden. Dazu strebt man unter anderem eine Halbierung der Starterfelder an. Diskutiert wurde das vier Wochen vor dem Saisonstart in Sölden jüngst auch wieder bei der FIS-Kalenderkonferenz vergangene Woche in Zürich. Bereits im kommenden Winter verlieren große Nationen wie Österreich oder die Schweiz einen Startplatz.

Endziel ist, bei den Herren statt wie bisher 80 künftig höchstens 45 bis 50 Fahrer am Start zu haben. Mit dieser Maßnahme soll der Weltcup exklusiver und attraktiver gemacht werden. „Es gibt einen starken Druck vom Fernsehen, zu reduzieren“, erklärte Markus Waldner.

Dynamisches System soll Aufstieg ermöglichen

Am Ziel, die Starterfelder bei den Herren drastisch zu verkleinern, werkelt man schon seit geraumer Zeit. „Durchschnittlich 80 Fahrer am Start, das ist kein Weltcup mehr. Mit 92 Läufern ein Rennen in Sölden zu machen, ist kompliziert“, blickte der Herren-Renndirektor auf den bevorstehenden Weltcup-Auftakt Ende Oktober in Österreich.

Rennen mit deutlich reduzierten Starterfeldern hätten organisatorisch große Vorteile. Fernsehstation könnten ihr Produkt besser gestalten und hätten mehr Zeit für Storytelling und Hintergrundberichte, ist Waldner überzeugt. Auf diese Weise will man den Haupt-Arbeitsplatz von Marcel Hirscher und Co attraktiver machen und soll der Weltcup als Premium-Produkt gestärkt werden. Gleichzeitig soll die zweite Liga - also die Kontinentalcups wie der Europacup - durch ein dynamisches System aufgewertet werden. Erfolgreiche Läufer könnten beispielsweise schon während der Saison in den Weltcup aufsteigen.

Dass Reduktionen auf Weltcupebene für einige Skiverbände schmerzvoll sind, ist Waldner bewusst. „Im ersten Schritt hat man den Rotstift bei den großen Nationen wie Österreich, Schweiz oder Frankreich angesetzt“, erklärte Waldner. „Sie haben schon den Kopf hingehalten. Jetzt muss der zweite Schritt erfolgen, in dem auch die mittleren und kleinen Nationen Plätze verlieren.“

Nur noch fünf Läufer pro Nation?

Durch welche Maßnahmen man die große Reduzierung erreiche, müsse nun debattiert werden. Schon in etwa zwei Jahren soll der große Schnitt erfolgt sein. Gut möglich, das dann große Ski-Nationen wie Österreich nur noch 5 Läufer am Start eines Herren-Rennens haben. Nach Evaluierung über den Winter sollen die nächsten Schritte bei der Frühjahrssitzung in Dubrovnik abgesegnet werden. Zuständig für den Weltcup ist in der FIS der Schwede Niklas Carlsson.

Ein weiterer Schwerpunkt in Zürich war die Vereinheitlichung der Regeln von Parallelrennen. Derzeit gibt es hinsichtlich der relativ jungen Bewerbe verschiedenste Formate und Regelwerke. Diese sollen so harmonisiert werden, dass 2019/20 bereits unter einheitlichen Bedingungen gefahren wird. Ein Parallel-Einzelbewerb steht 2021 in Cortina d‘Ampezzo erstmals als auch als WM-Bewerb auf dem Programm. (APA)