Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 02.11.2018


skispringen

Aschenwald und Huber: Zwei, die richtig Druck ausüben

Der Tiroler Philipp Aschenwald und Daniel Huber (S) sagen den arrivierten Skispringern vor dem Weltcup-Auftakt den Kampf um die Heim-WM-Tickets an.

© gepaDer Zillertaler Philipp Aschenwald will nach dem Sommer auch im anstehenden Weltcupwinter in der Erfolgsspur bleiben.



Von Susann Frank

Innsbruck – Es tut sich etwas im österreichischen Skisprung-Team. Etwas, das die vergangenen zwei Winter vergeblich gesucht wurde: junge, aufstrebende Athleten, die an die Leistungen der Aushängeschilder wie Stefan Kraft herankommen. Eine Tatsache, die Andreas Felder optimistischer auf den Weltcupwinter blicken lässt als noch zu Beginn seiner Cheftrainertätigkeit im April: „Was mich positiv stimmt: Dass wir jüngere Springer haben, wie Philipp Aschenwald, Daniel Huber und Clemens Aigner, die herangekommen sind und Druck auf die arrivierten Skispringer ausüben“, betonte der 56-Jährige vor dem Auftakt in zwei Wochen im polnischen Wisla.

Daniel Huber trainierte im Sommer auch das Siegerlächeln.
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Vor allem der Zillertaler Aschenwald und der Seekirchner (Salzburg) Huber hinterließen bleibende Eindrücke – auch bei der Konkurrenz. Huber belegte im Sommer-Grand-Prix als bester Österreicher den fünften Gesamtrang und gewann den Heim-Bewerb in Hinzenbach. Aschenwald entschied die Gesamtwertung im Continentalcup, zweite Liga, für sich.

Beide erhielten deswegen einen Platz für den Auftakt – ebenso wie der Wipptaler Clemens Aigner. Beide wollen es besser machen als bei ihren ersten Chancen in der Welt­spitze. Beide wollen den Fokus nicht mehr verlieren. „Ich habe mir fest vorgenommen, bei jedem Sprung Spaß zu haben und nicht mehr die anderen so stark zu beobachten, das hat mich nur abgelenkt“, erklärt der 22-jährige Tiroler. Um dieses Ziel umsetzen zu können, hat er mit Papa Hansjörg, dem ehemaligen Kombinierer, auch mental an sich gearbeitet.

Der 25-jährige Huber hat sich geschworen, sich von einem schlechten Wettkampf nicht mehr aus der Bahn werfen zu lassen. Im vergangenen Winter ließ er in Wisla mit Platz sechs aufhorchen, verpasste darauf jedoch in Kuusamo (FIN) die Qualifikation, danach war er von der Rolle. „Das war mir eine Lehre“, erklärt derjenige, der auch dem deutschen Erfolgs-Chefcoach Werner Schuster aufgefallen ist. „Andi Felder hat mit Daniel Huber einen ganz starken Mann im Team, der ihm richtig helfen kann“, sagte der Wahl-Mieminger.

Zu Schulzeiten im Schigymnasium Stams war Huber mit Kraft noch auf Augenhöhe. Auch Aschenwald entspringt dieser Kaderschmiede. Beide haben sich die Top Ten im Weltcup und Stockerlplätze zum Ziel gesetzt. Und natürlich die Teilnahme an der Heim-WM. Und sie wissen, dass sie dafür die arrivierten Kräfte aus dem Rennen ums Ticket werfen müssen.