Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 03.11.2018


EBEL

Bei den Haien wird rotiert: HCI gegen Fehervar gefordert

Im Heimspiel gegen Tabellennachbar Fehervar müssen die Innsbrucker Haie heute (17.30 Uhr) liefern. Headcoach Rob Pallin: „Geredet haben wir genug.“

© gepaAuf der Haie-Bank wird weiter rotiert ? Headcoach Rob Pallin (M.) fordert ausnahmslos von allen Verantwortungsbewusstsein ein.



Von Alex Gruber

Innsbruck — Der Schwede Jonathan Carlsson ist nach einem Kurz-Gastspiel im Haifischbecken schon wieder Geschichte. Personaldiskussionen, leidige Fehlerquellen und viele verschenkte Punkte blieben zuletzt aber auch bei der 3:4-Niederlage gegen Linz an den Innsbruckern picken. Und das ist ein lästiger „Klebstoff", von dem man sich endlich lossagen muss, wenn man im Kampf um die direkte Play-off-Qualifikation wieder weiter oben andocken will.

„Wenn man solche Fehler macht wie wir, steht man zurecht auf Platz neun", seufzt Pallin, der auch von zu vielen „soft goals", also leichten Gegentoren, spricht. Die soll heute Rene Swette als Schlussmann verhindern, Janne Juvonen wird eine Pause verordnet. Und zwischen den Zeilen lässt sich im Gespräch mit dem amerikanischen Cheftrainer auch lesen, dass er womöglich weitere Zeichen setzt. X-mal leuchtet im Dialog das Wort „accountable" auf. Jeder einzelne Crack sei verantwortlich, rechenschaftspflichtig oder für sein Handeln haftbar. Dass in Innsbruck von Seiten der Vereinsführung weder der ganz große Druck auf den Trainer noch auf den Spieler herrscht, will er so nicht mehr gelten lassen: „Wir haben nicht genug Druck auf dieses Team. Das müssen wir ändern." Mit ehrgeizigen Zielen ist Pallin weit davon entfernt, einen Kuschelkurs zu fahren. Nachdem der Weg in den letzten beiden Saisonen zweimal unter den Top sechs direkt über den Grunddurchgang in die Play-offs führte, will er unbedingt zurück in die Spur.

Bei vielen knappen Niederlagen steckte der Teufel in den vergangenen Wochen ja vorwiegend im Detail. Davon konnte sich in seiner Verletzungspause auch Sacha Guimond an der Bande vergewissern. Der 27-jährige Kanadier soll Stabilität in die Abwehr zurückbringen: „Wir brauchen nicht in Panik zu verfallen, aber müssen einen Weg finden, diese engen Spiele zu gewinnen", weiß Guimond, der sich (fast) wieder im Vollbesitz seiner Kräfte wähnt. Dass die Haie vor der Länderspielpause zwei Siege — am Sonntag geht's nach Villach — benötigen, ist jedem bewusst. „Unser Problem sind ja nur zehn bis 20 Prozent. Ich weiß, dass dieses Team die Wende schaffen kann", unterstreicht Pallin, dass er längst nicht den Glauben an seine Mannschaft verloren hat. „Wir haben die Qualität, auch Spiele in Serie zu gewinnen", untermauert auch Guimond.

Die aufgebaute Bringschuld führt Anfang November ja vor allem auf den schlechten Saisonstart (nur zwei Punkte aus den ersten vier Spielen) zurück. Viel sollte man nicht mehr liegen lassen. Fehervar reist als Wien-Bezwinger an. Der Rocky-Song „No Easy Way Out" lässt grüßen. Es gibt unter harten Männern keinen einfachen Weg ...

Die Haie brauchen Spieler wie Sacha Guimond (hier in Villach), die für den Erfolg sprichwörtlich ?bluten? ? der Kanadier gibt sein Comeback.
- gepa



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