Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 06.11.2018


Kunstbahnrodeln

Rollenwechsel: Wenn der Freund zum Trainer wird

Nach der erfolgreichen Olympia-Saison ist bei Österreichs Kunstbahnrodlern der Kampf um das Leiberl entbrannt.

© gepaDie Olympia-Feiern mit ÖRV-Präsident Markus Prock (r.) sind Geschichte: Cheftrainer Rene Friedl (l.) hat David Gleirscher (2.?v.?l.) und Wolfgang Kindl ein Fixticket für den Weltcup ausgestellt.



Von Günter Almberger

Innsbruck – Der Jubel über Gold (David Gleirscher), Silber (Peter Penz/Georg Fischler) und Bronze (Team-Staffel) bei den Olympischen Spielen in Pyeongchang ist bei den heimischen Kunstbahnrodlern längst verhallt. Die Erfolge sind Schnee von gestern, was zählt, ist der Weltcup-Auftakt in knapp drei Wochen in Igls (24./25. November). „Die Augen sind jetzt auf uns gerichtet. Für unsere Mannschaft gilt es im kommenden Winter, die Leistungen der vergangenen Saison zu bestätigen“, erklärt ÖRV-Cheftrainer Rene Friedl.

Vor allem im rot-weiß-roten Herren-Team ist der Kampf um ein Leiberl beim Heim-Weltcup bereits voll entbrannt. Olympiasieger David Gleirscher und Weltmeister Wolfgang Kindl sind fix gesetzt, das Quartett Reinhard Egger, Armin Frauscher, Nico Gleirscher und Jonas Müller rittert um die drei offenen Startplätze. „Wir werden während der Saison wohl rotierten. Das wird aber alles andere als einfach, da die Athleten bei den Weltcups schon im Vorfeld gemeldet werden müssen. Für Igls werden daher die Leistungen in den Quali-Rennen bei den einzelnen Trainingslagern herangezogen“, erklärt Friedl.

Der gebürtige Deutsche, der zuletzt auch als „Österreichs Trainer des Jahres“ nominiert war, hat seit diesem Sommer Verstärkung im Betreuer-Team. Das zurückgetretene Doppel Penz/Fischler verzichtete auf eine Pause und startete sofort seine Trainer-Karriere. „Bis jetzt ist es eine ausgezeichnete Zusammenarbeit. Man merkt einfach, dass die beiden vom Fach sind“, streut Friedl seinen ehemaligen Schützlingen und jetzigen Kollegen Rosen.

Neo-Coach Penz schwärmt von seinem Aufgabenbereich außerhalb des Eiskanals: „Der Trainerjob ist eine lässige Geschichte. Auch wenn die Arbeit fordernd ist. Die Sportler fordern viel, aber wir verlangen auch viel von ihnen.“ Dass der Wechsel vom Athleten zum Coach nicht immer ganz so einfach ist, musste der Stubaier aber schon feststellen. „Die Ansprache ist gegenüber meinen ehemaligen Kollegen inzwischen ganz eine andere. Früher waren wir Freunde, jetzt muss ich ihnen sagen, was sie zu tun haben. Das kommt dann nicht immer so gut an“, verrät Penz.

Auch Fischler ist von seiner neuen Rolle angetan: „Klar, das ist eine große Umstellung. Man sieht erst jetzt, wie viel Arbeit dahintersteckt. Aber es läuft besser als erwartet.“ Ob die Arbeit der beiden Neo-Trainer Früchte trägt, zeigt sich spätestens in Igls: „Wir haben viel getestet, auch wenn die warmen Temperaturen nicht optimal waren. Jetzt ist es Zeit, dass wir ins Fahren kommen“, so Fischler.