Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 07.11.2018


Para-Snowboard

ÖSV-Trio reiste mit dem T-Shirt in den Wüsten-Kühlschrank

Bei 30 Grad Außentemperatur startet das Para-Snowboard-Trio Rene Eckhart, Reinhold Schett und Patrick Mayrhofer in Dubai in den Winter.

© ÖSVIn der Skihalle von Dubai wollen Rene Eckhart, Patrick Mayrhofer und Reinhold Schett (v. l.) aufzeigen.



Von Benjamin Kiechl

Dubai – Ein Snowboard-Rennen bei 30 Grad Außentemperatur? Dubai macht’s möglich. „Ein komisches Gefühl ist es allemal, zuerst mit der kurzen Hose und dem T-Shirt zur Halle zu fahren, um dann in die Wintersachen zu schlüpfen“, erzählte der Osttiroler Reinhold Schett von seinen ersten Eindrücken in der Wüsten-Metropole. Die Scheichs können nicht nur Formel-1-Rennen und 2022 die Fußball-WM ausrichten, sondern veranstalten dieser Tage das erste Para-Snowboardrennen im Emirat. Gefahren wird im 2005 eröffneten Indoor-Snowpark, der zum Mega-Einkaufszentrum „Mall of the Emirates“ gehört: Auf der 22.500 m² großen Schneefläche gibt es fünf Abfahrten (400 Meter Länge, 60 Meter Höhenunterschied).

Zum Saison-Auftakt im Banked Slalom gehen heute drei ÖSV-Starter ins Rennen. Neben Paralympics-Silbermedaillengewinner Patrick Mayrhofer (OÖ) rechnen sich die beiden Tiroler Reinhold Schett und Rene Eckhart Chancen auf einen Podestplatz aus. „Der Kurs ist eng gesetzt, da darf man sich keinen Fehler erlauben“, kennt Schett die Tücken der Strecke. Der seit einem Sportunfall inkomplett querschnittgelähmte ÖSV-Sportler konnte in seiner Karriere bereits mehrere Stockerlplätze einfahren.

Nach dem Training im Kaunertal ging es für Para-Snowboarder Rene Eckhart nach Dubai.
- Kaunertaler Gletscher

Viel vorgenommen hat sich der Kaunertaler Rene Eckhart. Beim 31-Jährigen ist die Enttäuschung über die verpasste Paralympics-Premiere in Pyeongchang verflogen. Der seit Geburt beinamputierte Sportler ist für die WM-Saison hochmotiviert und will es unbedingt bis zur WM in Finnland schaffen. „Dort dabei zu sein, wäre das absolute Highlight“, verrät Eckhart, der sich intensiv am Kaunertaler und Pitztaler Gletscher vorbereitet hat.

Eckhart, der wie die anderen Para-Snowboarder auch berufstätig ist, muss sich den Winter gut einteilen und ist seinem Arbeitgeber für die Flexibilität dankbar. „Sonst würde das nicht klappen!“

In den kommenden Wochen geht es für den Schlosser Schlag auf Schlag: Nach Dubai folgen Rennen in der Skihalle von Landgraaf (NED), dann geht es in Pyhä (FIN) endlich ins Freie.