Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 09.11.2018


Eishockey

Eishockey-Taschen gingen verloren: ÖEHV-Match in Polen verschoben

Das österreichische Eishockey-Team probt bei der Euro Ice Hockey Challenge in Danzig den Ernstfall. Zum Auftakt geht es heute - mit Verspätung - gegen Norwegen.

© gepaDer Tiroler Clemens Unterweger (r.) punktete schon bei der A-WM in Dänemark.



Von Alex Gruber

Innsbruck — Der frühe Vogel fängt den Wurm. Und so will ÖEHV-Teamchef Roger Bader bereits in Danzig gegen Norwegen, Dänemark und Gastgeber Polen erste Fragen beantworten, wer das internationale Format hat, um bei der A-WM in Brati­slava (SVK/10.—26. Mai 2019) um den Klassenerhalt zu rittern. Allerdings geht der Test gegen die Skandinavier mit Verspätung über die Bühne. Bei der Anreise nach Danzig sind auf dem Flughafen Frankfurt elf Eishockeytaschen verloren gegangen. Da diese nicht wie angekündigt bis Freitag 8.00 Uhr eingelangt sind, konnte das ÖEHV-Team eine Verschiebung des für 14.00 Uhr angesetzten Spiels gegen Norwegen auf 20.30 Uhr erreichen.

Innsbrucks Hai Philipp Lindner kehrt ins rotweißrote Gewand zurück.
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Mit Wien-Angreifer Rafael Rotter, der in dieser Saison in der Erste Bank Eishockey Liga noch nicht so recht auf Touren kam (erst 8 Punkte), trat zuletzt wieder eine langjährige Säule zurück. Der nachnominierte Daniel Woger ist neben seinem Linzer Vereinskollegen Brian Lebler mit 30 Lenzen der älteste Crack an Bord. Eine Tatsache, die im jungen Abwehrverbund Clemens Unterweger für sich verbuchen kann. Der 26-jährige Osttiroler hat neben neun anderen im aktuellen Aufgebot schon die letzte erfolgreiche A-WM in Kopenhagen in seinen Beinen. Der Innsbrucker Hai Philipp Lindner fiel da bei der Kaderauslese einer Rippenverletzung zum Opfer.

Nach der Landung in Polen meldete sich Rückkehrer Lindner zu Wort. Im Wissen, dass trotz Verjüngungskur „im Team jeder um sein Leiberl kämpfen muss". Die Auswahl um Roger Bader skizziert Lindner knackig: „Jung und spritzig." Nachsatz: „Es ist wichtig für junge Spieler, internationale Erfahrung zu sammeln. Vielleicht gelingt noch mehreren der Sprung ins Ausland."

Die Attribute, die Bader beim Nationalteam fordert, bringt der 23-jährige Verteidiger rasch auf den Punkt: „Er will, dass wir viel eislaufen, uns schnell bewegen und spielen. Wir sollen auch frech und provokant sein." Ohne die Cracks von Red Bull Salzburg — Mario Huber, Daniel Jakubitzka und Co. sind ja noch in der Champions Hockey League engagiert — genießen die Resultate in Polen nicht die allerhöchste Priorität, gehören in weiterer Folge aber auch zum Entwicklungsprozess.

Bis zur A-WM im kommenden Kalenderjahr stehen drei starke Turniere, insgesamt 16 Länderspiele (fast alle gegen A-Nationen) und sechs Trainingscamps auf dem Programm. Diese intensive Vorbereitung wird die Cracks neben dem Liga-Alltag gehörig belasten.