Letztes Update am Fr, 23.11.2018 09:10

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Langlauf

Olympia-Fauxpas abgehakt: Stadlober peilt WM-Medaille an

Bei Olympia noch falsch abgebogen, hat Langläuferin Teresa Stadlober den Weg zur WM klar vor Augen.

© gepaNach dem Fauxpas in Pyeongchang will Teresa Stadlober bei der Heim-WM in Seefeld eine Medaille holen.



Von Susann Frank

Innsbruck – Teresa Stadl­ober ist froh. Froh, nie aufgrund ihres fatalen Fehlers schweißgebadet aufgewacht zu sein und unbeschwert in die Zukunft schauen zu können. In einen Winter, in dem sie sich auf dem Weg zur Medaille nicht mehr verlaufen möchte, dafür hat sie in den vergangenen Monaten wieder hart trainiert.

Durch ihren Irrweg bei den Olympischen Spielen in Pyeongchang auf den 30 Kilometern im klassischen Stil erreichte Österreichs Aushängeschild im Langlauf noch mehr Bekanntheit. Auf diese spezielle Erfahrung hätte die 25-jährige Tochter von Ex-Langläufer Alois Stadlober gerne verzichtet. Jedoch hat sie der verlorenen Silbermedaille nie nachgeweint, auch nicht im Sommer, wo beim Training viel Zeit zum Nachdenken bleibt. „Die Geschichte war gleich mal nach Olympia völlig abgehakt“, erzählt die Radstädterin: „Und sie kam auch nicht mehr hoch.“

„Erfolg hängt jetzt auch von der Tagesverfassung ab“

Die Ursache für die rasche Aufarbeitung ihres Fauxpas liegt für Stadlober darin, dass der Weltcup an die Spiele in Korea nahtlos anschloss und sie ihre vor der Saison gesteckten Ziele erreichen wollte: „Mit dem achten Platz hat es am Ende zwar für die Top sechs im Gesamtweltcup nicht gereicht, aber ich habe mich unglaublich über meine Konstanz in der vergangenen Saison gefreut und meinen ersten Stockerlplatz“, betont Stadlober. Um diese halten zu können und ab morgen beim Auftakt in Ruka (FIN) öfter auf das Podest steigen zu können, hat die ehrgeizige Athletin in der gesamten Aufbauphase einen Kraft-Schwerpunkt gesetzt. „Weil ich noch kompakter werden will“, sagt Stadlober und fügt hinzu: „Der Erfolg hängt jetzt auch von der Tagesverfassung ab.“

Stadlober spricht die Tatsache an, dass die Luft an der Weltspitze dünner wird. Auch mit dem Karriere-Ende von Ausnahmeathletin Marit Björgen (NOR) wird es nicht einfacher, auf das Podest zu laufen. Und während die achtfache Olympiasiegerin aus Norwegen zum zweiten Mal Mutter wird, darf ihre 30-jährige Landsfrau Therese Johaug nach 18 Monaten Doping-Sperre wieder an den Start gehen. Die flinke Langlauf-Schönheit ist eine von vielen Konkurrentinnen. Und Stadlober selbst spürt, keine großen Sprünge mehr in Sachen Ausdauer und Kraft machen zu können. „Früher habe ich jeden Fortschritt gemerkt. Jetzt bin ich auf einem Niveau angekommen, wo du es nicht mehr siehst.“

Deswegen sei eben die Tagesverfassung so wichtig. Und die soll diesen Winter genau bei ihren Starts bei der WM in Seefeld gut sein. Denn sie möchte es ihrem Vater nachmachen: vor heimischem Publikum zur Medaille laufen. Papa Alois gewann bekanntlich 1999 in Ramsau am Dachstein Gold mit der Staffel und Silber über 10 km klassisch. „Die Medaille ist das große Ziel und der Traum“, erklärt Stadlober. In Ruka ist sie noch eine Einzelkämpferin. Die ÖSV-Herren (Bernhard Tritscher, Dominik Baldauf und Max Hauke) steigen erst eine Woche später in Lillehammer in die Saison ein.