Letztes Update am Fr, 23.11.2018 23:33

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Rodeln

Die jungen Rodler müssen große Fußstapfen ausfüllen

Nach dem Rücktritt von Penz/Fischler sind Steu/Koller beim Kunstbahnrodel-Weltcup heute (ab 9.50 Uhr) in Igls die heimischen Hoffnungsträger. Madeleine Egle und Co. sind bei den Damen nur Außenseiter.

Thomas Steu (o.) und Lorenz Koller halten nach dem Rücktritt von Peter Penz/Georg Fischler die österreichische Fahne im Doppelsitzer hoch.

© gepaThomas Steu (o.) und Lorenz Koller halten nach dem Rücktritt von Peter Penz/Georg Fischler die österreichische Fahne im Doppelsitzer hoch.



Von Günter Almberger

Innsbruck – Österreich war ein­e Doppelsitzer-Natio­n: Markus Schiegl/Tobias Schiegl, Andreas Linger/Wolfgang Linger, Peter Penz/Georg Fischler – in den vergangenen 20 Jahren war immer mindestens ein heimischer Doppelsitzer in der Weltspitze. Doch nach dem Rücktritt von Penz/Fischler im vergangenen Sommer liegt es nun an Thomas Steu und Lorenz Koller, in die Fußstapfen ihrer erfolgreichen Vorgänger zu treten.

Madeleine Egle peilt einen Top-Ten-Platz an.
Madeleine Egle peilt einen Top-Ten-Platz an.
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Großer Druck, der auf dem Vorarlberger Steuermann Steu und seinem Innsbrucker Partner Koller lastet. Dass sich die beiden 24-Jährigen nicht im Windschatten eines anderen erfolgreichen ÖRV-Doppels weiterentwickeln können, lässt das Duo kalt. „Dafür können wir ja nichts, dass wir jetzt die rot-weiß-rote Fahne hochheben müssen“, lacht Steu.

Dass die Voraussetzungen als „einsames Duo“ alles andere als gut sind, ist den beiden schon bewusst. „Natürlich fehlen uns im Training jetzt die Vergleichsdaten. Es ist schwer zu sagen, was unsere Zeiten in der Vorbereitung wert sind. Außerdem fehlt der interne Konkurrent, der einen immer wieder zu starken Leistungen antreibt“, betont Koller. Wie es scheint, hat das neue österreichische Doppel-Aushängeschild dies aber nicht notwendig. Bei den Trainingsläufen in dieser Woche kratzten Steu

Koller bereits am bestehenden Bahnrekord und hielten die internationale Konkurrenz – auch wenn die Zeiten in unterschiedlichen Trainingsgruppen gefahren wurden – klar auf Distanz. „Ich glaube, dass die meisten noch ordentlich geblufft haben“, will Steu den Zeiten nicht zu viel Glauben schenken. Nachsatz: „Wir haben aber auch noch nicht alle Karten aufgedeckt!“

Die Olympia-Vierten von Pyeongchang sind in dieser Saison auf dem Material von Penz/Fischler unterwegs. Ein Faktum, das nicht selbstverständlich ist. „Wir haben nach dem Rücktritt von Linger/Linger deren Schlitten ‚geerbt‘. Das hat allerdings nicht funktioniert. Zu unterschiedlich waren auch die körperlichen Voraussetzungen. Diese sind auch im Vergleich zum Penz/Fischler-Schlitten vorhanden, komischerweise läuft es uns aber mit diesem Material“, erklärt Steu, der heute auf seinen ersten Podestplatz hofft.

Von einem Podestplatz dürfen die heimischen Damen nur träumen. Madeleine Egle, Birgit Platzer (gewann gestern den Nationencup) und Anna Saulite (Weltcup-Debüt) greifen heute an. Hannah Prock und Lisa Schulte, die sich beid­e ebenfalls für das Weltcup-Rennen qualifizieren konnten, verzichten auf einen Start, da bereits heute der Flieger zu den Überseerennen der Junioren abhebt.

So ist das Hauptaugenmerk auf Egle gerichtet, die bei den Olympischen Spielen Teil der rot-weiß-roten Bronze-Mannschaft war. Die Rinnerin tat sich in den Trainingsläufen allerdings nicht leicht. „Ich habe viele Sachen ausprobiert, so bin ich ein wenig unsicher geworden. Aber ich denke, dass die Material-Abstimmung jetzt passt“, gibt sich die 20-Jährige zurückhaltend. Für sie sei es jetzt wichtig, „Schritt für Schritt“ in der Entwicklung zu machen. „Ich muss realistisch bleiben. Ein Top-Ten-Platz wäre für mich schon eine tolle Geschicht­e“, blieb die Lokalmatadorin ganz Realistin.

ÖRV-Cheftrainer und Sportdirektor Rene Friedl weiß genau, worauf es bei seiner jungen Rodel-Athletin ankommt: „Sie muss lernen, dass sie sich voll auf sich fokussiert. Sie hat in der Vergangenheit zu oft anderen was beweisen wolle­n.“


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