Letztes Update am Sa, 24.11.2018 14:49

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Freeski

Freeski-Weltcup im Stubai: Nur eine Frage der Zeit

Zum zweiten Mal machte der Freeski-Weltcup am Stubaier Gletscher Station. Sein soll er vor allem eines: Werbung.

Die Fans sahen spektakuläre Sprünge beim Freeski-Weltcup am Stubaier Gletscher.

© gepaDie Fans sahen spektakuläre Sprünge beim Freeski-Weltcup am Stubaier Gletscher.



Von Roman Stelzl

Neustift – Wer schuld an dem Zeiten-Wirrwarr ist? Die Antwort steckt im dicken Wolkenmeer, das sich am Freitagvormittag gleich einem berstenden Stausee in die Stubaier Alpen schiebt. Mit ihm kommt das Schlechtwetter – und das sorgte für kräftige Rochaden beim Freeski-Weltcup am Stubaier Gletscher.

Ursprünglich war das Finale für Samstag angesetzt. Doch da hatte die Wetterprognos­e etwas dagegen. Starkwind, Schnee, keine Sicht? Davon gab’s ja schon bei der Weltcup-Premiere im Vorjahr genug. Keine Lust mehr auf so etwas. Daher wurde auf Freitagmittag vorverlegt, später sogar auf 10 Uhr. Dabei sollte es bleiben, selbst beim drohenden Sturm bekam davon aber nicht jeder Wind.

Das Beste, was der Sport zu bieten hat

Äußerst schade. Denn das, was die Freeskier beim Slopestyle-Weltcup ablieferten, gehört zum Besten, was der Sport zu bieten hat. Dazu glänzte der Parcours, der Stubai Zoo, bei fast makelloser Präparierung im Sonnenlicht. Nur der Snowpark-Lift war außer Betrieb – kurzerhand wurden Ratracks abgestellt und die Fahrer gut 100 Höhenmeter zum fast 3200 Meter hoch gelegenen Start gezogen.

„Es ist wirklich großartig, was hier geleistet wird. Ein großes Dankeschön“, warf Roman Kuss, Sportlicher Leiter der ÖSV-Freeskier, den Bergbahnen-Betreibern verbal Rosen auf den Gletscher.

Die kleine Schar an Fahrern, Freunden, Familie, Fans, Skigästen, die sich hinter dem Starthaus vor den Fernseher quetschten, sah dann auch an Tricks aus dem Slopestyle-Bereich nicht nur das Beste, sondern auch viele der Besten.

Favoritensiege

Bei den Herren gewann der Schwede Henrik Harlaut, ein sechsfacher Sieger der X-Games, so etwas wie das Hahnenkammrennen der Freerider. Dahinter landet­e Junioren-Weltmeister Mac Forehand, ein erst 17-jähriger US-Fahrer, auf Rang zwei. Ging’s noch jünger? Allerdings: Damen-Siegerin Kelly Sidaru aus Estland brachte es auf 16 Lenze. Sie verwies Olympiasiegerin Sarah Höfflin (SUI) auf Platz zwei.

Wolf und Wallner enttäuschten

Wer die internationale Spitze schon kannte, suchte halt nach den Österreichern. „Bei uns ging alles daneben, was danebengehen kann“, fasste es ÖSV-Chef Roman Kuss zusammen. Kurz und gut, die Stubaierin Laura Wallner wurd­e lediglich 18., die Paznauntalerin Lara Wolf sogar nur 27. Bester der Männer war Lukas Müller, ebenfalls 27.

Werbung für junge Sportart

Losgelöst von diesen mageren Ergebnissen sollte das Event am Gletscher aber in erster Linie Werbung sein. Für einen spektakulären Sport, der noch in den „Kinderschuhen“ steckt. Slopestyle selbst ist erst seit 2014 olympisch. „Für uns sind solche Rennen wichtig, um uns zu präsentieren. Wir stehen erst am Anfang“, ergänzt Kuss. Also alles nur eine Frage der Zeit. Das passte ganz gut zu diesem Tag.