Letztes Update am So, 25.11.2018 20:42

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Eishockey

Penalty-Sieg gegen die Capitals: Die Haie lieben es weiter heiß

Nach einem 4:3-Penaltyerfolg über die Vienna Capitals halten die Innsbrucker Haie zur Halbzeit des Grunddurchgangs auf Platz sieben. Die zwei eroberten Heim-Zähler zeugen von der intakten Moral.

© gepaDieser Typ ist das pure Dynamit und für die Innsbrucker Haie einfach nur Gold wert – mit seinem 18. Saisontor markierte Andrew Yogan gegen die Vienna Capitals kurz vor Schluss das 3:3.



Von Alex Gruber

Innsbruck – Es ist selten, dass in der Tiwag-Arena Gegenstände aufs Eis fliegen und „Schiebung“-Sprechchöre lautstark die Runde machen. Am Sonntag war es so weit, als das Schiedsrichtergespann Stolc/Bulovec im Mitteldrittel die Haie mit Fehlentscheidungen einer zweifachen Unterzahl bediente, die die Vienna Capitals zur 3:2-Führung nutzten. Spätestens ab diesem Zeitpunkt brannte es lichterloh in der Halle. Aber der Reihe nach:

Nach einer frühen Chance für Wien nach nur 30 Sekunden schalteten die Haie einen Gang hoch und hatten ihrerseits durch Mario Lamoureux und Alex Lavoie zwei Einschussgelegenheiten (4.), das 1:0 (12.) gelang dann Eigengewächs Clemens Paulweber bei seinem ersten Wechsel nach Boivin-Assist. Damit ging es in die erste Pause, weil HCI-Goalie René Swette gegen Großlercher Sieger blieb (15.) und Lakos nur die Stange traf (16.).

Bevor die Schiedsrichter dann zur Tat schritten, bestraften sich die Hausherren aber auch selbst: Binnen 61 Sekunden stand zu Beginn des zweiten Abschnitts nach zwei Gegentreffern ein 1:2-Rückstand zu Buche. Die Haie brachten sich wie schon so oft in dieser Saison mit einem kurzen Durchhänger ins Hintertreffen. Und nach Spurgeons zwischenzeitlichem 2:2-Ausgleich kam eben der besagte Unterzahl-Treffer, der zum 2:3 und einem Pfeifkonzert in der Tiwag-Arena führte. Das Glück war den Haien im Anschluss auch nicht hold, weil alle Ausgleichsbemühungen unbelohnt blieben und einige Hochkaräter vergeben wurde – Topscorer Andrew Yogan scheiterte dabei einmal an der Latte (33.). Die ein oder andere Schiedsrichter-Entscheidung, die den Haien Powerplays einbrachte, roch auch nach Kompensation. Aber die Scheibe sprang nicht mehr ins richtige Tor.

Es war ein Spiel gegen die Zeit im dritten Drittel. Wien verteidigte geschickt, um clever Konter zu fahren. Den Haien schien die Energie zu fehlen, einer wie Yogan ist aber Gold wert: Mit seinem 18. Saisontor brachte der Sunnyboy aus Flordia die Haie mit dem 3:3 in die Overtime, die dank Swette, dem „Man of the match“, torlos blieb. Es ging ins Penaltyschießen, dass die Caps nach einem Treffer von Riley Holzapfel im Vorteil sah. Ausgerechnet Mario Lamoureux glich gegen seinen Bruder und Wien-Goalie Jean-Philippe aber aus. Und es war Innsbrucks „Professor“ Andrew Clark zu verdanken, der den 4:3-Sieg vor 2500 begeisterten Fans letztlich fixierte.

Nach 22 Runden fehlen auf die Top sechs und direkte Play-off-Qualifikation vier Zähler. Und als „Tabellenführer“ der unteren Hälfte gastieren die Haie schon am Dienstag wieder in Znojmo.