Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 30.11.2018


EBEL

Duell gegen Schlusslicht: Haie müssen die Adler verspeisen

Auf dem Heimspiel gegen Schlusslicht Villach steht heute (19.15 Uhr) bei den Haien „Pflichtsieg“ drauf. Das weiß auch Alexandre Lavoie ganz genau.

© gepaHat ein feines Händchen für die Scheibe - HCI-Angreifer Alexandre Lavoie will auch gegen Villach voll anschreiben



Von Alex Gruber

Innsbruck – Der Vorwurf, nicht eng und hart genug am Mann zu stehen, hat in dieser Saison auch schon HCI-Neuerwerbung Alex Lavoie ereilt. Einmal wurde der 26-jährige Kanadier von Headcoach Rob Pallin sogar auf die Tribüne verbannt. Zuletzt durfte er sich aber über drei Scorerpunkte bei der 4:6-Niederlage gegen Znojmo freuen: „Das hat sich gut angefühlt.“

Der Blick auf die eigene Statistik – mit 17 führt Lavoie gegenwärtig gleich viele Zähler wie beispielsweise Ex-Hai Mitch Wahl (KAC) oder Wien-Angreifer Riley Holzapfel – ist das eine. Das weit Wesentlichere bringt der technisch beschlagene Angreifer aber auch gleich auf den Punkt: „Man kann persönlich immer besser sein und ich muss an einigen Dingen arbeiten. Das Wichtigste bleibt aber, dass das Team gewinnt.“

Dafür will und muss sich auch Lavoie wie viele ander­e auch in der Defensivarbeit steigern: „Wir dürfen nicht so viele Tore hergeben, müssen in den Spiegel schauen und hart arbeiten.“ Sein Wort in Gottes Ohr. Denn im selben Atemzug stellt sich auch wieder eine (gesunde) Portion Optimismus ein: „Ich glaube, wir sind ein Top-vier-Team. Aber wir müssen unseren Job erledigen.“

Im Vorwärtsgang sind die Haie um Liga-Topscorer Andrew Clark (36 Punkte), Top-Goalgetter Andrew Yogan (30 Pkt) oder John Lammers (27) von unbestrittener Klasse. „Wir haben sehr viel Offensivpower und sehr viel Talent“, blickt Lavoie auf ein großes Repertoire an „skills“ – Fähigkeiten, die in beiden Spielrichtungen nach Verantwortungsbereitschaft verlangen. „Wir können nicht ändern, was passiert ist, sondern müssen voraus­schauen“, hat Lavoie am heutigen Abend Villachs Adler und einen „Must-Win“ im Visier.

Der Pflichtsieg gegen das Tabellenschlusslicht aus Kärnten lässt sich von der Papierform nicht leugnen, mentale Aussetzer wie zuletzt wieder in Znojmo sind aber ein für alle Mal abzustellen. „Wir wissen, dass wir jeden Gegner schlagen können, und haben das mit Siegen gegen Wien, Bozen, Salzburg und Linz auch schon oft bewiesen. Dennoch hätten wir viel mehr Punkte holen müssen, da wir viele Partien leichtfertig aus den Händen gegeben haben. Das schmerzt natürlich, ist aber auch Ansporn für uns“, fasst Headcoach Pallin die Ambivalenz der Gefühle in Worte. Der gesperrte Mike Boivin fehlt heute, Fabian Nußbaumer bleibt nach Gehirnerschütterung fraglich.