Letztes Update am Do, 06.12.2018 16:01

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Skispringen

Nur 6400 Karten verkauft: Bergisel fehlt Feuer für Hexenkessel

Derzeit herrschen hinsichtlich der Vierschanzentournee und des Bewerbs am Innsbrucker Bergisel (4. Jänner 2019) noch trübe Aussichten.

© gepaEin volles Bergisel-Stadion? Davon ist man bislang noch weit entfernt.



Von Susann Frank

Innsbruck – Kein Schnee, kein ÖSV-Erfolg, kein florierender Vorverkauf: Bisher sind erst 6400 Bergisel-Karten an den Skisprung-Fan gegangen. Ganz im Gegensatz zu den zwei Wettkämpfen davor in Deutschland. Der Auftakt in Oberstdorf am 30. Dezember ist schon seit knapp zwei Wochen ausverkauft. Die Tickets seien „damit so schnell vergriffen wie schon lange nicht mehr“, erklärte der Chef des Allgäuer Organisationskomitees, Peter Kruijer. Auch in Garmisch-Partenkirchen freut sich OK-Chef Michael Maurer über rege Nachfrage. 10.800 Tickets sind bisher verkauft. „Das sind mehr als im Vorjahr. Wir sind sehr zufrieden“, erklärte der Bayer.

Von so einer Aussage ist sein Pendant in Innsbruck, Alfons Schranz, noch weit entfernt. Den bisher „schlechten Vorverkauf“ führt er auf die schwachen Ergebnisse der rot-weiß-roten Skispringer zurück und auf die grünen Landstriche in Tirol.

Die warmen Temperaturen verursachen auch bezüglich Schneebelegung am Berg­isel Probleme. Erstmals werden die künstlichen Kristalle nicht in Schmirn produziert, sondern auf Wunsch des Österreichischen Ski-Verbandes in Seefeld. Die Olympiaregion durfte einen größeren Speicher bauen, weil sie den Bergisel jetzt mitbeliefert. Die Priorität im WM-Ort 2019 lag jedoch erst einmal auf der Präparierung der Normalschanze und einer Langlaufschleife. Seit vorgestern ist die Schanze fertig, was heimische Nachwuchs-Teams sofort zum Training nutzten und nach dem Ausfall des kommenden Weltcupwochenendes übt auch ein Teil des Nationalteams jetzt dort.

Die Belegung des Bergisel mit Schnee wurde hingegen vom 11. auf den 13. Dezember verschoben. Bisher konnte nicht genug Schnee hergestellt werden. „Aber aufgrund der Wetterprognosen bin ich zuversichtlich, dass wir am Wochenende beginnen können“, sagte Seefelds Bürgermeister Werner Frießer. Mit den neuen Geräten wäre bei niedrigen Temperaturen in 26 Stunden genug weißes Kristallpulver für Innsbruck vorhanden.

Damit sollte sich auch das Training vor Weihnachten für das ÖSV-Team mit Cheftrainer Andreas Felder ausgehen. Wenn auch etwas später als anfangs angepeilt (17. Dezember). Training, damit die heimischen Skispringen spätestens zur Tournee richtig in Fahrt kommen. Ein Erfolg beim Auftakt in Oberstdorf kurbelte den Kartenverkauf immer erheblich an.