Letztes Update am Di, 18.12.2018 16:09

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Ski Alpin

Michelle Gisin über gestürzten Bruder: „Sieht alles viel besser aus“

Der Schweizer Marc Gisin, der am Samstag bei der Abfahrt in Gröden schwer gestürzt ist, sei sehr stabil.

Marc Gisin musste in Gröden mit dem Hubschrauber abtransportiert werden.

© AFPMarc Gisin musste in Gröden mit dem Hubschrauber abtransportiert werden.



St. Christina/Gröden – Dem am Samstag in Gröden schwer gestürzten Ski-Rennläufer Marc Gisin geht es laut Auskunft seiner Schwester immer besser. „Er ist sehr stabil. Wir denken auch, es geht ihm besser“, sagte Michelle Gisin am Dienstag nach der Damen-Abfahrt an derselben Stelle. „Es sieht alles viel besser aus, als wir im ersten Moment haben denken müssen“, ergänzte die Schweizerin.

„Es ist sicher bei uns eher in der Familie, wie es genau aussieht. Aber was wir sicher sagen können: Er ist sehr stabil“, erklärte Gisin. „Ich habe gestern lange mit der Freundin und mit der Mama und dem Papa telefoniert. Sie denken auch, dass er langsam auch versteht, was alles abgeht. Er hat schon eine schwere Gehirnerschütterung, aber es ist nicht so gravierend wie damals nach Kitz.“ 2015 hatte Gisin bei einem Sturz auf der „Streif“ ein Schädel-Hirn-Trauma erlitten.

„Spaß bei minus hunderttausend“

Gisin fuhr am Montag, zwei Tage nach dem Sturz ihres Bruders, zur Unglücksstrecke und bestritt beide Trainingsläufe auf der Saslong. Am Dienstag belegte sie im Rennen den 18. Platz. „Das alles zu sehen, ist schon sehr unschön, und auch noch runterzufahren, ist auch nicht viel schöner im ersten Moment“, erzählte sie am Dienstag gegenüber Journalisten. „Heute war es eh ganz okay. Im Rennen wollte ich es ein bisschen zu gut machen.“

Skifahren falle Gisin im Moment sehr schwer. „Ich fahre auch so viele Rennen, weil ich es einfach so gerne mache. Aber natürlich, in dem Moment ist der Spaß bei minus hunderttausend“, erklärte die 25-Jährige. Sie bestreite trotzdem Rennen, da auch ihr Bruder ihr sagen würde, sie solle sich zusammenreißen, sagte Gisin. „Ich versuche, das Beste daraus zu machen und ein bisschen die Familie mit der Piste zu versöhnen, soweit das möglich ist.“ (APA)