Letztes Update am Mo, 07.01.2019 12:07

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Ski Alpin

Ski-Weltcup in St. Anton versinkt im Schnee: „Wir stehen bei null“

Nach massiven Schneefällen wartet beim Weltcup in St. Anton am Arlberg viel Arbeit. 70 Zentimeter Neuschnee sind zudem für die nächsten Tage angesagt.

Die Pistenarbeiter von St. Anton haben nach den Schneefällen der
v ergangenen Tage alle Hände voll zu tun.

© gepaDie Pistenarbeiter von St. Anton haben nach den Schneefällen der
v ergangenen Tage alle Hände voll zu tun.



Von Roman Stelzl

St. Anton am Arlberg – Das Wetterglück ist ein Vogerl – und um den Ski-Weltcup von St. Anton am Arlberg fliegt es einen weiten Kreis. Nachdem 2016 zu wenig Schnee eine Absage notwendig machte, ist es nun ein Übermaß der weißen Pracht, welches das OK-Team wenige Tage vor der Rückkehr der besten Skirennläuferinnen (1. Abfahrtstraining am Donnerstag) auf eine Kraftprobe stellt.

Und das Problem an der Sache ist, dass diese Kraftprobe in Wahrheit eine der Geduld ist. „Wir konnten in den letzten Tagen nur untätig zusehen und nichts machen. Es war zu viel Schnee für die Arbeiten“, erklärt Peter Mall, Generalsekretär des Ski Club Arlberg. Und er ergänzt: „Wir stehen noch bei null. Es ist nicht so, dass wir jetzt vier Tage hinten sind. Aber es warten jetzt sehr intensive Zeiten.“

15-Stunden-Tag für 100-Mann-Team

Das Material für die Absperrungen für die Abfahrt (Samstag) und den Super-G (Sonntag) sei zwar schon an Ort und Stelle, doch de facto konnte noch nichts aufgebaut werden. Abhilfe soll der heutige Montag schaffen, für den Wetterbesserung prognostiziert wurde. Das gut 100 Arbeiter starke Team ist auf lange Tage eingestellt. Mall: „Statt acht müssen wir nun 15 Stunden am Tag arbeiten. Aber wir werden alles dafür geben, dass wir eine rennfertige Piste haben.“

Die morgigen ersten Testfahrten im WM-Ort von 2001 (nicht zu verwechseln mit den beiden offiziellen Abfahrtstrainings) stehen bereits auf der Kippe. Und eine Wetterberuhigung ist vorerst nicht in Sicht: Morgen und in der Nacht auf Mittwoch könnten Prognosen zufolge im Startbereich der Karl-Schranz-Strecke auf gut 2000 Metern noch einmal 70 Zentimeter dazukommen. Mall: „Entscheidend wird aber sein, wie viel es in der Nacht auf Donnerstag schneit. Dann werden wir weitersehen und mehr wissen.“

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Geschlagen geben will sich in der „Wiege des alpinen Skilaufs“ aber keiner. Zumal die erfahrene Mannschaft rund um Rennleiter Hugo Bertsch und Pistenchef Simon Hafele die Widrigkeiten am Arlberg kennt. „Das Wetter in den Bergen hat seine eigenen Gesetze. Es gibt derzeit zwei Modelle – es kann sich alles sehr schnell ändern“, ergänzt Mall.

Die letzten Speed-Rennen in St. Anton wurden 2013 ausgetragen. Ab diesem Jahr wird der Weltcup der Damen wieder im Zwei- statt im Drei-Jahres-Takt ausgetragen.

Extraschichten auch in Flachau

Ehe der Weltcup aber nach dem Auftakt-Rennen in Sölden wieder nach Tirol zurückkehrt, macht er morgen Station in Flachau. Beim Nachtslalom (18.00/20.45 Uhr, live TT.com-Ticker) wollen sich Österreichs Damen nach dem Ergebnis in Zagreb (CRO) wieder dem Podest nähern.

Doch auch in der Heimat von Legende Hermann Maier werden aufgrund des viele Neuschnees Extrastunden eingeschoben. Beim höchstdotierten Damen-Weltcup (168.000 Euro) sind etwa 150 Helfer im Einsatz, die gute Bedingungen für die Rennläufer und die erwarteten 15.000 Zuschauer schaffen sollen. Dabei sind gleich vier Tirolerinnen: Stephanie Brunner, Franziska Gritsch, Hannah Köck und Chiara Mair greifen nach Weltcuppunkten.