Letztes Update am Mo, 07.01.2019 10:52

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Ski Alpin

Hirscher: „Wenn wir Glück haben, sehen wir uns nächstes Jahr noch“

Nach seinem 64. Weltcupsieg, dem fünften in Zagreb, sprach ÖSV-Superstar Marcel Hirscher von einem harten Arbeitstag, erzählte von Platzproblemen und Zukunftsplänen.

Auch 2019 hieß der König von Zagreb Marcel Hirscher.

© AFPAuch 2019 hieß der König von Zagreb Marcel Hirscher.



Sie haben im ersten Interview von einem „harten Arbeitstag“ gesprochen. Warum war es so hart heute?

Hirscher: „Nachdem ich in zwei Rennen nicht durchgekommen bin, ist es gut, wieder mit 100 Punkten im Ziel zu stehen. Viele Leute interessieren sich dafür, wie viele Rennen man gewonnen hat oder viele Podiums man hat, aber mich interessiert das im Moment nicht, weil ich mittendrin bin. Zwei Rennen wie davor (Madonna und Oslo/Anm.), das macht keinen Spaß und macht mich nervös.“

Von einer Formkrise war aber wenig zu sehen. War diese Aussage von Ihnen etwas übertrieben?

Hirscher: „Es ist sehr schwierig, das Level so hoch zu halten wie in den letzten Jahren. Ich selbst gehe davon aus, dass ich das kann. Aber in Österreich wollen auch die Medien und die Fans, dass ich gewinne oder mich zumindest auf dem Podium sehen. Wenn man perfekt in Form ist, ist alles einfach. Aber im Moment, nach diesen zwei Einfädlern, habe ich nur gedacht, es wäre schön, ein paar Punkte zu machen.“

Was machen Sie mit den fünf Kronen, die Sie für Ihre Zagreb-Siege mittlerweile schon bekommen haben?

Hirscher: „Ich verleihe sie, zum Beispiel an meinen Kopfsponsor Raiffeisen. Dort sind sie sicher aufgehoben. Dort sind auch die meisten meiner Kristallkugeln und Medaillen. Es ist toll, wenn man so viele Pokale hat, aber es ist auch schwierig. Man braucht wirklich viel Platz, um alles unterzubringen. Ich bin der Typ, der mehr Erinnerungen im Kopf hat als materielle Sachen.“

Im Jänner gibt es immer ein intensives Programm für die Techniker, dazu kommt die WM in Februar. Wie gehen Sie mit dem dichten Kalender um?

Hirscher: „Der Dezember war wirklich hart, mit fünf Rennen in sieben Tagen. Das war wirklich zu viel. Aber jetzt haben wir ein, vielleicht zwei Rennen pro Woche, das ist ziemlich okay.“

Die österreichische Slalom-Mannschaft wird immer stärker. Ihre Gedanken dazu?

Hirscher: „Ich bin ein bisschen zwischen den Generationen. Es gab die Generation Mario Matt, Raich, Herbst, und jetzt gibt es die Generation Michael Matt, Manu Feller, ‚Blacky‘ Schwarz, und ich bin genau dazwischen.“

Wie lange wollen Sie noch aktiv sein?

Hirscher: „Wenn wir Glück haben, sehen wir uns nächstes Jahr noch. Aber dann sollte Schluss sein. Oder nicht?“

Aufgezeichnet von Nikolaus Panny/APA in Zagreb