Letztes Update am Di, 08.01.2019 10:09

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Ski Alpin

Norweger sahen Einfädler bei Feller: „Sturm im Wasserglas“

Ein aus dem norwegischen Lager aufgetauchtes Foto sorgte zwischen den beiden Läufen des Zagreb-Slaloms für Irritationen. Eine optische Täuschung, wie sich herausstellte.

Manuel Feller fuhr in Zagreb - völlig regelkonform - auf Platz drei.

© AFPManuel Feller fuhr in Zagreb - völlig regelkonform - auf Platz drei.



Von Max Ischia

Innsbruck – Manuel Feller ist Sportsmann genug. Deshalb hätte er gerne sein erstes Weltcuppodest im Slalom ohne den finalen Einfädler des Halbzeitführenden Marco Schwarz bestiegen. Feller ist aber auch Sportsmann genug, um sich letztlich über Rang drei in Zagreb „riesig“ freuen zu können. Zumal er selbst vor zwei Jahren als Führender nach dem ersten Durchgang beim zweiten Tor eingefädelt hatte.

Apropos Einfädeln. Nach Lauf eins war im Kreise der Cheftrainer aus dem Lager der Norweger ein Foto aufgetaucht, auf dem ein vermeintlicher Einfädler von Feller zu sehen war. Eine optische Täuschung, wie sich auf Nachfrage von Torrichter und Videokontrolle herausstellte. Auch FIS-Renndirektor Markus Waldner konnte keinen Regelverstoß feststellen. „Ein Sturm im Wasserglas“, nannte es ÖSV-Rennsportleiter Andreas Puelacher.

- Instagram/Feller

Letztlich blieb auch ein Protest des norwegischen Skiverbandes aus. Puelacher: „Solche Sachen kommen immer wieder einmal vor. Aber wenn sich der Verdacht nicht erhärtet, erfährt der Athlet zumeist gar nichts davon. Zumindest nicht zwischen zwei Durchgängen.“

Weil Puelacher aber just in dem Augenblick bei Slalom-Cheftrainer Marko Pfeifer nachfragte, als Feller gerade neben ihm stand, bekam der Fieberbrunner die Foto-Causa mit und verschaffte sich nach dem Rennen auf seinem Instagram-Account augenzwinkernd Luft. Mit der ironischen Conclusio: „Spiele keine Psychospielchen mit einem Psycho.“

Losgelöst von jeder Ironie waren die Rosen, die Feller Richtung Trainerteam streute. Auch oder insbesondere für Marko Pfeifer, der seit 2013 die Geschicke bei den ÖSV-Technikern leitet. „Mit ihm ist wahnsinnig viel weitergegangen. Am Anfang hat er uns gedrillt mit Umfänge, Umfänge, Umfänge, inzwischen wird verstärkt auf Qualität geachtet.“ Aber auch Organisation und Pistenpräparierung seien beispielgebend.

Die Ausgangslage für die kommenden Wochen voller Klassiker (Adelboden, Wengen, Kitzbühel, Schladming) und mit der WM in Aare könnte jedenfalls kaum besser sein.