Letztes Update am Di, 08.01.2019 13:00

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Skispringen

Tiroler ÖSV-Adler Schlierenzauer muss sich in Liga zwei beweisen

Nach der ausgedehnten Trainingsphase hebt Gregor Schlierenzauer im Continentalcup in Bischofshofen ab. Nur ein Spitzenplatz sichert ihm den Start im Weltcup.

Gregor Schlierenzauer nimmt Anlauf für die Wettkampfphase.

© gepaGregor Schlierenzauer nimmt Anlauf für die Wettkampfphase.



Innsbruck – Wenn das Weltcup-Team am Wochenende wieder abhebt, steht für Gregor Schlierenzauer die Wettkampf-Bewährungsprobe an. Der zuletzt nur trainierende Rekord-Weltcupsieger kehrt jedoch nicht in die Mannschaft von Cheftrainer Andreas Felder zurück, sondern muss sich in der zweiten Liga in Bischofshofen beweisen.

Es ist die Bewährungsprobe für den Fulpmer, der am Montag seinen 29. Geburtstag feierte. Nach über fünfwöchiger Wettkampfpause mit Einzeltraining, betreut von Co-Trainer Florian Liegl, soll die Technikumstellung gefruchtet haben.

Zakopane oder Trainingslager

Ob dem so ist und er es im Bewerb umsetzen kann, diese Frage soll in Bischofshofen geklärt werden. Für Felder steht fest, dass er sich für eine Rückkehr zum Nationalteam nur empfehlen kann, „wenn er im Continentalcup ganz vorne dabei ist oder gewinnen kann. Damit hat Gregor dann die Garantie, dass es im Weltcup auch funktioniert.“ Besteht Schlierenzauer die Anforderung, wäre er beim Weltcup in Zakopane (POL) wieder mit von der Partie. Ansonsten geht es zurück ins Trainingslager. Felder hofft schließlich auf den Weltmeister von 2011 als vierte Kraft im WM-Mannschaftsspringen. Schlierenzauer selbst hat die WM in Seefeld ab 19. Februar als sein großes Saisonziel genannt.

Auch der Blick von Stefan Kraft, Michael Hayböck, Daniel Huber und Manuel Fettner richtet sich schon auf das heimische Großereignis. Um mehr Wettkampf-Konstanz aufzubauen, wollen sie so viele Bewerbe wie möglich springen. Vor allem der aufstrebende Huber. Der 25-Jährige scheut weder den weiten Flug nach Japan Ende Jänner für die Wettkämpfe in Sapporo noch das Skifliegen eine Woche später in Oberstdorf (GER). In Anspielung auf Senkrechtstarter Ryoyo Kobayashi scherzte Huber: „Vielleicht ist ja irgendwas im Essen in Japan, das muss ich auch probieren. Er haut immer wieder einen raus, dass du nur so mit den Ohren schlackerst.“

Fettner streicht Skifliegen

Für Fettner steht hingegen fest, das von ihm ungeliebte Skifliegen hinsichtlich WM-Aufbau zu streichen. Hayböck und Kraft überlegen, nicht nach Asien zu fliegen und sich an dem Wochenende daheim den Feinschliff für die WM-Form zu holen. Am liebsten bei einem Training am Berg­isel. „Für die Servicemänner wäre es super, wenn wir dort noch springen könnten, sie könnten noch Material testen. Für uns wäre es auch super, wir könnten die Atmosphäre noch etwas aufsaugen“, sagte Kraft, der nach seinen zwei Tournee-Stockerlplätzen in Innsbruck und Bischofshofen mit gestärktem Selbstvertrauen auf die Saison blickt. Ob sich ein Bergisel-Training ausgeht oder nicht, hängt jedoch auch vom Wetter und dem geplanten Umbau ab. (su)