Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 11.01.2019


EBEL

Aus dem Fliegengewicht spricht das Haie-Herz

Im Sechs-Punkte-Match der Haie gegen Fehervar soll heute (19.15 Uhr) wieder der Bär steppen. Der Stern von Daniel Wachter leuchtet.

Der Kleinste ist im Haifischbecken in dieser Saison ein „Großer“ geworden – Daniel Wachter (2. v. r.) will auch heute gegen Fehervar wieder neben den HCI-Legionären brillieren.

© gepaDer Kleinste ist im Haifischbecken in dieser Saison ein „Großer“ geworden – Daniel Wachter (2. v. r.) will auch heute gegen Fehervar wieder neben den HCI-Legionären brillieren.



Von Alex Gruber

Innsbruck – Es ist im Kampf um die sechs fixen Play-off-Plätze oder eine möglichst gute Ausgangsposition in der zweiten Tabellenhälfte absolute Crunch-Time in der Erste Bank Eishockeyliga. „Wir stehen wieder vor dem wichtigsten Spiel“, unterstreicht Headcoach Rob Pallin, was schon vor dem letzten 6:3-Auswärtssieg in Dornbirn galt. Fünf Siege aus den letzten sechs Partien nähren die Zuversicht. Und die neu entstandene Aufregung auf Platz zehn wird vom 52-jährigen US-Amerikaner nach der starken Phase wieder positiv interpretiert.

Vor Weihnachten und nach der 1:8-Niederlage in Fehervar war ja nicht nur ein Rad bei den Innsbruckern ab. Da brannte der Baum lichterloh. „So etwas wie diese Partie darf überhaupt nicht passieren. Aber das war eine Watschn, die uns wachgerüttelt hat“, unterstreicht mit Daniel Wachter ein „Hai der Stunde“. Nachsatz: „Es ist schon noch im Hinterkopf drinnen.“ Und die Rache soll mit einer hochkonzentrierten Leistung am heutigen Abend süß werden.

Wachter hat in dieser Saison auf persönlicher Ebene schon ganz stark gepunktet (sechs Tore, zehn Assists). Der 21-jährige Kärntner machte in allen Linien und an der Seite vieler Imports (aktuell neben den Langzeit-Leadern Tyler Spurgeon und John Lammers) eine gute Figur. „Bei anderen Klubs ärgern sich die Legionäre manchmal, wenn ein Einheimischer in ihre Linie kommt. In Innsbruck ist es nicht so, da wird geredet und hilft mir jeder weiter. Ich werde von den Mitspielern super in Szene gesetzt. Und wenn man neben solchen Granaten spielt, muss man besser werden“, bedankt sich Wachter für das Vertrauen. Der Heimatklub aus Villach hat für die nächste Saison schon angeklopft, auch die Haie sind an einer Verlängerung dran: „Innsbruck war die einzige Mannschaft, die mir eine Chance gegeben hat. Ich hätte mir nie gedacht, dass ich hier herkomme und vermehrt in den ersten drei Linien spiele. Und ich werde nie vergessen, wer mir eine Chance gegeben und mir geholfen hat“, kann sich der pfeilschnelle Angreifer einen Verbleib gut vorstellen. Dass sein Körper (163 cm und 63 kg) ab und zu den ein oder anderen Verantwortlichen von einem Transfer „abschrecken“ könne, kann er verstehen: „Ja, wenn mich im Fitnesscenter einer neben den anderen Eishockeyspielern sieht ...“

Wie bei Vater Robert, der mit dem EV Innsbruck 1993/94 Nationalliga-Meister wurde und der heute in die Tiwag-Arena kommt, ist das große Herz Wachters Trumpf. Pallin fordert auch heute wieder ausnahmlos Leidenschaft ein. Spieler, die für die Haie durch die Wand gehen – ganz egal, wie viel sie wiegen.